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Thursday, October 26, 2017

Verdächtiger hätte abgeschoben werden können - Frau im Tiergarten ermordet: Witwer wirft Berliner Behörden Versagen vor

Verdächtiger hätte abgeschoben werden können: Frau im Tiergarten ermordet: Witwer wirft Berliner Behörden Versagen vor
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Der Ehemann der im September im Tiergarten ermordeten Frau hat der Polizei und den Berliner Regierungsbehörden schwere Vorwürfe gemacht.

"Ich finde, dass in dieser Geschichte allen Behörden ein Versagen auf ganzer Linie konstatiert werden muss", sagte der 66-jährige Klaus Rasch dem "Tagesspiegel" (Donnerstag). Die Polizei wisse viel über Täter, aber nichts über Opfer und Angehörige. "Ich habe mich bei der Kripo überhaupt nicht aufgehoben gefühlt."

Als er am Morgen nach dem Verschwinden die Vermisstenmeldung aufgab, habe die Polizei ihn wohl "für einen überängstlichen Kontrollfreak" gehalten, sagte Rasch. Dabei habe er seine Frau seit 40 Jahren gekannt. "Den offiziellen Obduktionsbericht kenne ich bis heute nicht. Dass die Leiche gefunden wurde, habe ich aus den Medien erfahren."

Mutmaßlicher Täter hätte abgeschoben werden können

Die 60-jährige Frau war Anfang September am Rand des Tiergartens ermordet worden. Erst nach Tagen wurde ihre Leiche gefunden. Mutmaßlicher Täter war ein 18-jähriger Russe, der vorbestraft war und hätte abgeschoben werden können.

Rasch betonte: "Ich finde es geradezu fahrlässig, wie die Innenverwaltung hier mit dem ganzen Thema Abschiebung und Abschiebehaft umgegangen ist." Auch habe sich bis heute niemand um den unübersichtlichen und düsteren Weg zwischen dem Bahnhof Zoo und dem Biergarten "Schleusenkrug" gekümmert. Er habe auf einige Sofortmaßnahmen gehofft. "Die bringen meine Frau nicht zurück, verhindern aber vielleicht weitere Überfälle."

"Das ist mindestens so gefährlich wie ein vermüllter Tiergarten"

Nach der Festnahme des Verdächtigen habe sich niemand von der Stadt bei ihm gemeldet, kritisierte Rasch. "Ein Wort des Bedauerns hätte gezeigt, dass man dieses Schicksal in der Politik wahrnimmt. Es hätte ja nicht der Bürgermeister anrufen müssen, aber vielleicht ein Stadtrat aus Charlottenburg. Ich glaube, dass unsere Politiker oft nicht mehr wissen, was die Sorgen und Nöte der eigenen Bevölkerung sind. Das ist mindestens so gefährlich wie ein vermüllter Tiergarten."

 

beb/red_desk/dpa
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