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Saturday, December 1, 2018

- Die Vulgata-Bibel gibt es jetzt auch auf Deutsch

Die Vulgata-Bibel gibt es jetzt auch auf Deutsch
Die Vulgata des Kirchenvaters Hieronymus ist die meistverbreitete lateinische Übersetzung der Bibel. Bis zur frühen Neuzeit war sie für die katholische Kirche maßgeblich. Nun liegt sie erstmals komplett auf Deutsch vor.

Sieben Jahre haben rund 45 Übersetzer an der ersten vollständigen deutschsprachigen Ausgabe der Vulgata-Bibel gearbeitet. Am Ende steht ein fünfbändiges Werk mit rund 6300 Seiten. Jetzt wurde es in Berlin vorgestellt. Der Direktor der Katholischen Akademie in Berlin, Joachim Hake, bezeichnete das Werk bei der Präsentation als "kulturelles und theologisches Ereignis ersten Ranges". Von der Spätantike bis zum Mittelalter sei die Vulgata in Westeuropa die wichtigste Quelle des ursprünglichen Bibeltextes gewesen und habe wie kein anderes Buch die Geistesgeschichte geprägt.

Die Vulgata wurde in den Jahren 380 bis 400 n. Chr. größtenteils vom Kirchenvater Sophronius Eusebius Hieronymus (347-420) erarbeitet. Der dalmatische Theologe übersetzte aus dem Hebräischen in ein Latein, das er der gesprochenen Sprache im damaligen Mittelmeerraum annäherte. Die katholische Kirche nutzte die Vulgata bis in die Frühe Neuzeit als maßgebliche Version der Bibel. In der neuen Übersetzung wird der Wortlaut des Hieronymus so genau wie möglich auf Deutsch wiedergegeben.

"Werkzeug für moderne Exegese"

Herausgeber der deutschen Übersetzung sind der Alttestamentler Michael Fieger von der Theologischen Hochschule Chur, der Berliner Philologe Widu-Wolfgang Ehlers und der Zürcher Übersetzer Andreas Beriger. Die lateinisch-deutsche Ausgabe ist nach den Worten Fiegers als "Werkzeug für die moderne Exegese" gedacht und soll Impulse für weitere interdisziplinäre Zusammenarbeit geben. Angeregt worden sei das Projekt durch die 2009 erschienene deutschsprachige Ausgabe der altgriechischen Übersetzung des hebräischen Alten Testaments, der sogenannten Septuaginta.

Nach Fiegers Worten spiegeln sich in der Vulgata "Zeitgeschichte, kulturelle Fragestellungen und auch die Theologie der Antike". Mitherausgeber Ehlers betonte, angestrebt worden sei eine "lesbare und allgemeinverständliche deutsche Prosa", die so nah wie möglich am lateinischen Text bleibe und auf "Verschönerungen" ebenso verzichte wie auf den Einfluss von "Luther-Deutsch".

Immer weniger Latein-Kompetenz

Der Wissenschaftler betonte, immer weniger Wissenschaftler beherrschten gut genug Latein, um Originaltexte lesen zu können. Daher sei ein deutschsprachiger Zugang zu antiken Texten ein wichtiger Schlüssel zu deren Verstehen. Der Theologe betonte, Hieronymus habe seinen Text in einem mehrsprachigen Umfeld verfasst und damit die Texte der Bibel "für ein lateinischsprachiges Publikum zugänglich machen" wollen.

Fieger und der Herausgeber der Septuaginta-Übersetzung, Martin Karrer, äußerten die Hoffnung, dass auch weitere antike Bibelübersetzungen, etwa in syrischer Sprache, entsprechend ins Deutsche übersetzt würden. Damit könne Lesern, die die alten Sprachen nicht beherrschten, eine Vorstellung von der breiten Überlieferungsgeschichte der Bibel vermittelt werden. Die alten Übersetzungen enthielten etwa Schriften, die nicht in den späteren Kanon aufgenommen worden seien. Zudem wichen sie im Wortlaut oft von den heute gängigen Bibelübersetzungen ab.

kle/jj (kna, www.projekt-vulgata.ch, katholisch.de, orf.at)

*Der Beitrag "Die Vulgata-Bibel gibt es jetzt auch auf Deutsch" stammt von Deutsche Welle. Es gibt keine redaktionelle Prüfung durch FOCUS Online. Kontakt zum Verantwortlichen hier.

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- Restauriert und wiederzuentdecken: Filmgeschichte(n)

Restauriert und wiederzuentdecken: Filmgeschichte(n)
Netflix und Co setzen fast ausschließlich auf Neues. Die Politik aber bemüht sich um den Erhalt des Filmerbes. Wir stellen 10 DVD-Neuerscheinungen aus verschiedenen Ländern vor: Filmgeschichte für zu Hause.

Am 1. Januar 2019 tritt ein von Kulturstaatsministerin Monika Grütters und Experten verschiedener Couleur vereinbartes millionenschweres Programm zur Sicherung des Filmerbes in Kraft. Jährlich zehn Millionen Euro fließen ab 2019 in die Digitalisierung des deutschen Films - und das zunächst einmal zehn Jahre lang. 100 Millionen Euro ist eine hübsche Summe, auch wenn viele Experten meinen, dass auch das noch viel zu wenig sei für die Herkules-Aufgabe Filmerbe.

Die anderen Künste haben es einfacher

Worum geht es? Im Kern geht es letztendlich um die Frage, wie eine ganze Kultursparte für die Zukunft gerüstet werden kann. Der Vergleich mit anderen Künsten ist hier hilfreich.

Um alte (oder auch neuere) Gemälde zu sichern, nehmen Kunst-Restauratoren viel Geld in die Hand. Sie sorgen dafür, dass ein Gemälde von Albrecht Dürer oder Caspar David Friedrich auch in vielen Jahren noch so gezeigt werden kann wie zur Zeit seiner Entstehung. Diese Gemälde hängen dann meist im Museum.

Musik wird konserviert, indem alte Partituren gesammelt und gepflegt werden - und dann zur Aufführung kommen. Im Klassikland Deutschland sind Beethoven-Symphonien oder Bach-Konzerte tagtäglich irgendwo zu hören - in den Kulturmetropolen, aber auch in der Provinz. Die Literatur hat es in dieser Hinsicht auch nicht so schwer. Bücher können für relativ wenig Geld immer wieder neu gedruckt werden. Die Menschen müssen sich nur die Mühe machen, sie zu lesen. Das Kunstwerk entsteht dann sowieso im Kopf.

Was ist beim Medium Film anders? Zwei Dinge machen den Unterschied aus: Die Erhaltung eines Films sowie die Möglichkeit, diesen auch zu betrachten. Zunächst einmal ist es teuer, Filme überhaupt zu erhalten. Analoge Filmrollen zerfallen irgendwann und müssen ersetzt werden. Das geschieht in den letzten Jahren mit Hilfe digitaler Techniken. "Gerade weil der Erhalt unseres Filmerbes so zeitkritisch ist, dürfen wir nicht riskieren, dass noch weitere Jahre vergehen", so Kulturstaatsministerin Monika Grütters.

Viel Aufwand und hohe Kosten

Doch die neuen Techniken sind - im Gegensatz zu früheren Erwartungen - kein Allheilmittel. Auch digitale Trägermittel sind dem Zahn der Zeit ausgesetzt. Sie müssen also immer wieder neu übertragen werden. Zudem ist es sehr teurer, einen alten Film zu rekonstruieren und zu restaurieren.

Das zweite Problem liegt in der Abspielpraxis. Früher konnte man sich die Werke der Filmgeschichte im Kino anschauen, auch im Fernsehen. Später kam die VHS-Kassette dazu, heute erscheinen alte Filme auf DVD oder Blu-ray.

Dieses Konstrukt ist ins Wanken geraten. Die Kinos zeigen vor allem aktuelle Filme - von ein paar kommunalen Kinos und engagierten Film-Initiativen abgesehen, die sich Kinogeschichte auf die Fahnen geschrieben haben. Das war früher anders. Auch die Subvention der kommunalen Kinoszene ist, im Vergleich zu der finanziellen Ausstattung von Oper und Theater, wesentlich geringer.

Filmgeschichte verschwindet aus dem linearen Fernsehen

Die Ausstrahlungspraxis des deutschen Fernsehens hat sich ebenfalls radikal verändert. Selbst öffentlich-rechtliche Anstalten kümmern sich kaum noch um Filmgeschichte - von Nischensendern wie Arte und 3 SAT einmal abgesehen.

Und die derzeit so beliebten Streaminganbieter? Netflix, Amazon und Co pumpen ihr Geld zu 99 Prozent in die Produktion von Neuware - Filmgeschichte ist (begrenzt) auch in diesem Bereich nur bei einigen kleinen (meist europäischen) Anbietern zu finden. Will man sich also einen Film von Fritz Lang oder Rainer Werner Fassbinder anschauen, ist das gar nicht so einfach.

Klassiker auf DVD und Blu-ray

Bleibt immerhin das Angebot auf DVD oder dem Blu-ray-Format. Das ist durchaus vorhanden. Doch einerseits sind diese Trägermedien aus besagten Gründen auch nicht für die Ewigkeit. Andererseits stößt man immer wieder auf große Lücken, zumal wenn man sich ein wenig abseits eingetretener filmhistorischer Pfade bewegt - zum Beispiel, wenn man sich mit dem Kino außerhalb von Hollywood und Europa beschäftigt. Trotzdem bleibt für die Filmgeschichte oft nur die DVD.

Monika Grütters hat auf dem ersten Filmerbe-Festival in Berlin schon vor zwei Jahren betont, dass "Filme das sichtbarste Gedächtnis unserer Nation" seien: "Dramen, Komödien oder Krimis (sind) Ausdruck einer Zeit, eines Lebensgefühls, einer bestimmten Gesellschaftsordnung", so die Ministerin. Nicht zuletzt deswegen wird im Hause Grütters gerade an einer langfristigen Digitalisierungs-Strategie gearbeitet.

Filme wieder entdecken - nicht nur im Kino

Auch aus diesem Grunde stellt die Deutsche Welle seit vielen Jahren, Monat für Monat, Filme aus der Kinohistorie vor, die auf DVD und Blu-ray erscheinen. Dabei haben wir als Sender, der sich an ein Publikum speziell im Ausland richtet, nicht nur deutsche Filmgeschichte im Sinn. Es gibt zahlreiche Beispiele von Werken berühmter Regisseure, die lange nicht auf großer Leinwand zu sehen waren - oder nur in veralteten Fassungen auf DVD vorlagen.

Im Dezember, ein paar Wochen vor Weihnachten auch als Geschenktipp gedacht, stellen wir Ihnen in unserer Bildergalerie zehn Neuerscheinungen sehenswerter Filme vor, die in jüngster Zeit auf DVD oder Blu-ray erschienen sind. Darunter sind bekannte und vergessene Filme, solche, die ihren Platz in der Filmgeschichte bereits gefunden haben und andere, die filmgeschichtliche Nebenwege beschreiben. Filme aus Hollywood und Frankreich sind in unserer Auswahl, aus Italien und Deutschland, von Größen wie Martin Scorsese oder Jean Renoir, aber auch kaum bekannte Werke wie Phil Jutzis "Hunger in Waldenburg" aus der Zeit der Weimarer Republik.

Martin Scorseses "King of Comedy" und Billy Wilders "Zeugin der Anklage" sind beim Anbieter "FilmConfect Home Entertainment" erschienen. "23 Schritte zum Abgrund" liegt bei "Pidax" vor, dort sind auch "Es geschah Morgen" von René Clair und Vittorio de Sicas Meisterwerk "Fahrraddiebe" erschienen. "Rächer der Enterbten" ist bei "Koch Films" herausgekommen, "Verdammt zum Schweigen" bei "Endless Classics". Jean Renoirs "Das Verbrechen des Herrn Lange" sowie "Goldhelm" sind beim Anbieter "Studiocanal" erschienen, letzterer in einer Jacques- Becker-Edition mit drei weiteren Filmen des französischen Regisseurs. "Um's tägliche Brot" liegt bei bei "Absolut Medien" vor.

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Beim Juso-Bundeskongress - Nahles greift Bildungsministerin Karliczek frontal an

Beim Juso-Bundeskongress: Nahles greift Bildungsministerin Karliczek frontal an

Die SPD-Vorsitzende Andrea Nahles hat Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) ein vernichtendes Zeugnis ausgestellt. Sie frage sich seit Monaten, was die Ministerin überhaupt mache, sagte Nahles am Samstag auf dem Juso-Bundeskongress in Düsseldorf.

"Wenn sie was macht, macht sie es falsch." Nahles bezog sich unter anderem darauf, dass Karliczek das seelische Wohlergehen von Kindern gleichgeschlechtlicher Paare in Zweifel gezogen hatte. Hier verbreite die Ministerin "absoluten Blödsinn".

Bei der Digitalisierung habe Karliczek außerdem nichts vorzuweisen "und will auch noch meine Eifel abklemmen", sagte Nahles weiter. "Was sie als Milchkanne bezeichnet, ist meine Heimat". Karliczek hatte Medienberichten zufolge zur Frage einer flächendeckenden Versorgung mit schnellem mobilem Internet gesagt, der Mobilfunkstandard 5G sei "nicht an jeder Milchkanne notwendig."

Was sie aber "am allermeisten anstinkt bei der Frau", sei, dass Karliczek noch immer keinen "vernünftigen Vorschlag" für die Reform der Azubi-Vergütung vorgelegt habe, sagte Nahles. Im Koalitionsvertrag hatten Union und SPD die Einführung einer Mindestausbildungsvergütung vereinbart.

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- Jubiläumsjahr zum 100-jährigen Bestehen endet mit Festmesse im Dom

Jubiläumsjahr zum 100-jährigen Bestehen endet mit Festmesse im Dom
Seit 100 Jahren gibt es in Deutschland das Wahlrecht für Frauen, im selben Jahr fand die diözesane Gründung des heute größten katholischen Verbandes statt. Bei beidem haben Frauen mutig für Gerechtigkeit und Solidarität gekämpft.

„Mittendrin im Glauben und im Leben“ – unter diesem Leitgedanken hat das Jubiläumsjahr der katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) im Erzbistum Köln stattgefunden. Und unter diesem Motto stand daher an diesem Freitag auch der feierliche Abschlussgottesdienst, den Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki mit rund 2000 kfd-Frauen aus allen Teilen der Diözese im Kölner Dom feierte.

Noch einmal – am Ende dieses Gedenkjahres mit seinen vielen Veranstaltungen außer der Reihe an der Basis, aber auch in der Kölner kfd-Zentrale – hatten sich die Vertreterinnen aus den insgesamt 500 Pfarrgruppen auf den Weg nach Köln gemacht. Hier, im Herzen des Bistums, wollten die Verbandsfrauen noch einmal die Selbstvergewisserung einer großen tragenden Glaubensgemeinschaft von Frauen erfahren, bei der es um die konkrete Nachfolge Jesu Christi geht: nämlich darum, die Frohe Botschaft in Wort und Tat zu leben.

Im Dienst des Gemeinwohls

Wie wegweisend, ermutigend und unverzichtbar das Engagement der vielen Frauen, die in den zurückliegenden 100 Jahren Geschichte und eben auch kfd-Geschichte geschrieben haben, seit 1918 bis auf den heutigen Tag war, betonte der Erzbischof in seiner Predigt. So stellte auch er die politischen Errungenschaften im historischen Jahr 1918 mit dem Ende des Ersten Weltkriegs und der Einführung des Frauenwahlrechtes in einen Zusammenhang mit dem Gestaltungswillen katholischer Frauen, die noch vor Beendigung dieses verstörenden Krieges die Notwendigkeit erkannten, sich für ihre Vorstellungen einer solidarischen Gesellschaft in Gruppen organisieren zu müssen und sich auf diese Weise in den Dienst des Gemeinwohls stellen zu können. 1918 sei eines dieser Jahre mit besonderer Strahlkraft, aber auch mit einer besonderen Mahnkraft gewesen, nämlich „auf dem Weg des Friedens und der Versöhnung, auf einem Weg der Solidarität und der Gleichberechtigung weiterzugehen“, sagte Woelki.

"Glaube, Tatkraft, Position"

Die Verbreitung der sogenannten christlichen Müttervereine, mit der die Entwicklung der kfd einst begonnen hatte, sei in Köln eng mit dem Namen des früheren Mainzer Bischofs Emmanuel von Ketteler und der von ihm angestoßenen katholischen Soziallehre verknüpft, führte er aus, so dass soziale Verantwortung von Anfang an mit zu dem Engagement der Frauen gehört habe. Das finde heute in dem kfd-Motto "Glaube, Tatkraft, Position" seinen Ausdruck. Da gehe es nicht um „rein gesellige Runden“, sondern „vielmehr um ein entschiedenes Auftreten“ und darum, „Farbe zu bekennen, sich zu positionieren und damit Inhalte auf der Basis des christlichen Glaubens zu markieren“.

Das sei gelebte Nachfolge mitten in dieser Welt und eine der möglichen Antworten auf die Aufforderung Jesu: Kommt her, folgt mir nach, betonte der Kardinal. Denn der Aufruf zur Nachfolge habe sich nicht allein an die ersten Apostel gerichtet, sondern gelte auch heute noch für jeden. Es sei der von der kfd aktiv betriebene Wandel eines Rollenverständnisses der Frauen gewesen, der mit zu einer Intensivierung von Frauenseelsorge und Bildungsarbeit seitens der Kirche geführt hätte. Heute sei die kfd mit 450. 000 Mitgliedern und rund 4000 pfarrlichen Gruppen der größte Frauenverband sowie der größte katholische Verband in Deutschland.

„So großartig, so intensiv und so tapfer"

Mittendrin im Glauben und im Leben, griff Woelki den Jubiläumsslogan auf, schaffe die kfd Orte gelebten Glaubens und der Beheimatung. Für dieses große Engagement durch die letzten 100 Jahre hindurch, die die kfd „so großartig, so intensiv und so tapfer mitgestaltet und geprägt“ hätte, dankte er den Frauen ausdrücklich. Die kfd sei „ein Verband, der Frauen ermutigt hat, ihren Glauben zu teilen, zu leben, zu vertiefen, zu feiern und vor allem auch Solidarität von und für Frauen zu leben“.

Die Herausforderungen von damals seien auch heute wieder aktuell. „Das Ende des Ersten Weltkrieges ist eine Mahnung für eine Welt, die der Verständigung mehr zutraut als der Gewalt. Und die der europäischen sowie der weltweiten Solidarität mehr zutraut als Nationalismus und Abschottungspolitik“, sagte Woelki wörtlich. Die Gründung der kfd im Erzbistum Köln sowie die Erinnerung an die Einführung des Frauenwahlrechts seien ein Aufruf, „nicht locker zu lassen, Gleichberechtigung voranzutreiben, Demokratie zu fördern und zu schützen und die Welt, in der wir leben, aus dem christlichen Glauben heraus zu gestalten“. Auch heute bedürfe es wieder einer solchen Haltung wie der der Frauen von damals.

Glaube, Tatkraft, Position

Es gehe darum, die Botschaft Jesu „zum Wegweiser in unserer Zeit“ zu machen. Noch einmal rief der Kardinal seinen Zuhörerinnen im Dom zu: „Danke, dass Sie in unseren Tagen der Kirche und Ihrem Verband Ihr Gesicht geschenkt haben und schenken, um so Christus berührbar und anschaubar zu machen. Für diese Zukunft, die vor uns liegt, brauchen wir deshalb weiterhin Glaube, Tatkraft, Position. Oder ganz einfach anders gesagt: Wir brauchen die kfd!“

Vor Beginn der liturgischen Feier hatte die kfd-Diözesanvorsitzende Lydia Wallraf-Klünter den vielen versammelten Frauen aus dem Herzen gesprochen, als sie am Festtag des Apostels Andreas daran erinnerte, wie unmittelbar dieser gemeinsam mit seinem Bruder Petrus das Fischernetz liegen gelassen und dem Ruf Jesu gefolgt war. „Das kennen wir, dieses Verhalten ist uns Frauen vertraut“, stellte sie fest. „Kommt es nicht immer wieder vor, dass wir alles stehen und liegen lassen, um für die Aufgaben, Sorgen und Nöte in unseren kfd-Gemeinschaften zur Stelle zu sein?“

Sie forderte die Frauen dazu auf, sich nicht entmutigen lassen „durch die die massiven Erschütterungen in unserer Kirche, nicht zuletzt durch den Missbrauchsskandal, und die Umbrüche in Politik und Gesellschaft weltweit“. Im Gegenteil, so die kfd-Frontfrau, „im Vertrauen auf Gott wollen wir unseren Dienst in und an der Kirche in unseren kfd-Gemeinschaften mit Freude und Zuversicht fortsetzen.“

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- Deutscher Pfarrer über AIDS-Hilfe in Südafrika

Deutscher Pfarrer über AIDS-Hilfe in Südafrika
Fast 37 Millionen Menschen leben weltweit mit HIV. Immer noch muss gegen Missinformation und Diskriminierung angekämpft werden. Zum Welt-AIDS-Tag spricht Pfarrer Stefan Hippler über die größten Herausforderungen und Lösungsversuche.

DOMRADIO.DE: Herr Hippler, Sie sind zum Welt-Aids-Tag nach Dallas eingeladen worden, um ihre Stiftung HOPE Cape Town vorzustellen. Was macht HOPE Cape Town?

Pfarrer Stefan Hippler (Pfarrer der deutschsprachigen römisch-katholischen Gemeinde in Kapstadt und Vorsitzender des Non-Profit-Projektes HOPE Cape Town): Auf der einen Seite die ganzen medizinischen Sachen. Wir haben drei Ärzte, die für HOPE Cape Town arbeiten und die sozusagen an ein Bundesland, an die Stadt, an die Gesundheitsbehörden ausgeliehen werden, damit Kinder und Familien behandelt mit antiretroviralen Medikamenten werden können. Auf der anderen Seite schauen wir nach den sozialen Bedingungen. Mit Sozialarbeitern, mit Ergotherapeuten, mit all den Menschen schauen wir darauf, was eine Familie betrifft und versuchen ein Kind, eine Familie nicht nur medikamentös zu behandeln, sondern wirklich die ganzen Umstände zu betrachten und zu schauen, dass ein Kind gesundheitlich, aber auch sozial im Leben eine Chance hat.

DOMRADIO.DE: Bei uns in Deutschland ist Aids im öffentlichen Bewusstsein in den Hintergrund gerückt. Ist das in Südafrika auch so?

Hippler: Es ist etwas in den Hintergrund gerückt, aber natürlich nicht so wie in Deutschland. Sie müssen sich überlegen, wir haben im letzten Jahr knapp 280.000 Neuinfektionen gehabt. Bei uns infizieren sich jede Woche 2000 junge Mädchen im Alter zwischen 14 und 24 Jahren. Das heißt, die Pandemie ist wirklich sehr sichtbar und macht viele Sorgen. Von daher hat das einen ganz anderen Stellenwert als in Deutschland.

DOMRADIO.DE: Aids und Armut ist natürlich immer ein Thema. Wie hängen sie zusammen? Wie erleben Sie das in Ihrer täglichen Arbeit?

Hippler: Es ist ganz klar, die meisten HIV-positiven Menschen sind auch arme Menschen. Und in Südafrika sind es zumeist Frauen. Es kommt also auch die Frage der Gleichberechtigung von Mann und Frau ins Spiel. Wer wenig Bildung bekommt, wer wenig Möglichkeiten hat, sich auszudrücken, wer arm ist, der wird auch schneller krank und der hat auch weniger Chancen, aus seiner Armut, aus seiner Krankheit heraus auf einen relativ normal Pfade des Lebens zu kommen.

DOMRADIO.DE: Zum heutigen Welt-Aids-Tag nehmen die Organisationen bei uns die Diskriminierung Betroffener in den Fokus. Welche Rolle spielt die bei Ihnen in Südafrika?

Hippler: Wir erleben auch noch sehr viel Diskriminierung. Wir erleben bei HOPE Cape Town, dass Mitarbeiter nicht in Uniform nach Hause kommen sollen, damit der Nachbar nicht weiß, dass zum Beispiel ein Kind HIV-positiv ist. Da ist auch in Südafrika noch sehr viel zu tun.

DOMRADIO.DE: Wenn Sie sich im Kampf gegen AIDS von der Weltgemeinschaft irgendwas wünschen könnten, was wäre das Dringendste, was passieren müsste?

Hippler: Das Dringendste ist eine der Botschaften des heutigen Tages: Wenn Menschen wissen, dass sie HIV-positiv sind und sich behandeln lassen und unter der Nachweisgrenze sind, können sie den Virus nicht mehr weitergeben. Das ist das berühmte U=U – Undetectable = Untransmittable (Engl.: Nicht nachweisbar = nicht übertragbar). Das heißt, wir müssen darauf hinarbeiten, dass jeder seinen Status kennt und, wenn er HIV-positiv ist, auch in eine Behandlung geht. Wer sich behandeln lässt, der kann dieses Virus nicht weitergeben. Und damit kann man im Endeffekt AIDS besiegen.

DOMRADIO.DE: Wie viel Aufklärungsarbeit können und müssen Sie da noch leisten?

Hippler: Sehr viel. Wir gehen in Schulen, wir gehen in andere NGOs (Nichtregierungsorganisationen) und Firmen rein, um aufzuklären. Die ist aber auch in Deutschland nötig. Im Letzten Oktober habe ich einen Vortrag in Bayern gehalten. Und da hat mich sehr schockiert, dass es Schüler in Deutschland gibt, die nicht mehr wissen, was HIV und AIDS ist. So ist es in Südafrika nicht. Aber man merkt, dass die jüngere Generation einfach viel weniger von den Gefahren mitbekommt, die von HIV und AIDS ausgehen.

Das Interview führte Carsten Döpp.

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- Franziskus nennt Homosexualität "eine Mode"

Franziskus nennt Homosexualität "eine Mode"
Papst Franziskus ist wegen Homosexueller in der Kirche in großer Sorge. Das katholische Hilfswerk Misereor präsentiert eine Ausstellung über Homosexualität. Beides zeigt, wie die Katholiken um eine Haltung ringen.

"In unseren Gesellschaften scheint es gar, dass Homosexualität eine Mode ist, und diese Mentalität beeinflusst auf gewisse Weise auch die Kirche", sagte Papst Franziskus für ein Interview-Buch, das am Montag erscheint. Dass es in der katholischen Kirche homosexuelle Priester und Ordensleute gebe, sehe er mit Sorge, "weil man damit an einem bestimmten Punkt vielleicht nicht gut umgegangen ist". Es sei eine "sehr ernste Angelegenheit". Menschen mit "dieser tiefverwurzelten Tendenz" sollten nicht in Seminaren zugelassen werden.

Homosexuelle Priester, Ordensmänner und -frauen müssten angehalten werden, "den Zölibat umfassend zu leben" und mit ihrer Sexualität "voll verantwortlich" umzugehen, sagte der Papst; und weiter: "Es ist besser, dass sie das Priesteramt oder das Ordensleben aufgeben, als ein Doppelleben zu führen."

Im August hatte Franziskus mit einem Plädoyer für die psychiatrische Behandlung homosexueller Kinder für Empörung gesorgt. Der Vatikan zog die umstrittenen Äußerungen später zurück. Doch so eindeutig Franziskus die Homosexualität auch ablehnt, so sehr spricht er sich immer wieder gegen die Diskriminierung von Schwulen und Lesben aus.

"Glaube und Liebe nicht trennen"

In der Bischöflichen Akademie Aachen zeigt das katholische Hilfswerk Misereor zurzeit eine Ausstellung mit dem Titel "Verschaff mir Recht". Die Schau wurde von der Initiative "Homosexuelle und Kirche" konzipiert und soll "zur Wahrung der Würde und Rechte von Lesben, Schwulen und Bi- und Transsexuellen beitragen", wie Markus Büker, der bei Misereor für theologische Grundsatzfragen zuständig ist, dem Evangelischen Pressedienst (epd) sagte. Homophobie werde kulturell, gesellschaftlich, aber auch religiös begründet. Deshalb brauche die Kirche "eine inklusive und diverse Theologie", sagte Büker. "Glaube und Liebe dürfen nicht getrennt werden, das muss für alle zusammengehen können."

In den Räumen der Bischöflichen Akademie werden Personen aus unterschiedlichen Ländern vorgestellt, die über ihre Erfahrungen als Lesbe, Schwuler oder Transsexuelle berichten. "Wir setzen uns bisher für die Rechte verschiedener Gruppen ein wie Bauern, Frauen und Flüchtlinge, aber nicht für Homosexuelle. Das möchten wir ändern", sagte Büker. "Gutes Leben für alle ist nicht möglich, wenn wir eine Gruppe ausgrenzen."

rb/sti (dpa, epd, kna)

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Polizei setzt Tränengas ein - Neue Proteste der "Gelbwesten" in Frankreich

Polizei setzt Tränengas ein: Neue Proteste der "Gelbwesten" in Frankreich

Bei den Demonstrationen der "Gelben Westen" in Paris ist es rund um die Prachtstraße Champs-Élysées zu Ausschreitungen gekommen.

Rund 1500 "Unruhestifter" hätten sich am Samstagvormittag Auseinandersetzungen mit der Polizei geliefert, teilte der französische Innenminister Christophe Castaner mit. Es habe Dutzende Festnahmen gegeben. Auf der Prachtstraße selbst demonstrierten demnach rund 200 "Gelbwesten" friedlich.

Immer wieder gibt es Proteste

Die Champs-Élysées sind zwar für Fußgänger zugänglich, an den Zugängen zu dem Boulevard wurden aber Identitäts- und Sicherheitskontrollen eingerichtet. Besonders heftig waren die Ausschreitungen am Vormittag am Triumphbogen an der Spitze der Champs-Élysées. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Tränengas ein.

Am vergangenen Samstag gab es auf der Prachtstraße bereits Krawalle bei einer Demonstration der "Gelben Westen". Es ist nun das dritte Wochenende in Folge, an dem die Protestgruppe mit Großaktionen landesweit demonstriert. Die "Gelbwesten" gehen aus Protest gegen steigende Spritkosten und die Reformpolitik der Regierung auf die Straße.

Polizei liefert sich brutale Straßenschlacht mit Demonstranten

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