In Deutschland kommen derzeit wesentlich weniger Flüchtlinge an als 2015. Durch das Schließen der Grenzen im Balkan hat sich die Route der Flüchtlinge verlagert. Viele Menschen reisen über Spanien nach Westeuropa, um vor unmenschlichen Bedingungen in improvisierten Camps an der Nordküste Afrikas zu fliehen. Lesen Sie die aktuellen Entwicklungen der Flüchtlingskrise im News-Ticker von FOCUS Online.
Weniger AngriffeaufFlüchtlingsheime - Gewalt bleibt
Freitag, 22. Dezember, 15.15 Uhr: Die Zahl der Angriffe und Anfeindungen gegen Flüchtlingsheime ist in diesem Jahr deutlich zurückgegangen. Das Bundeskriminalamt (BKA) zählte bis vergangenen Montag 264 entsprechende Straftaten, fast alle (251) begangen von rechtsmotivierten Tätern. Damit ist die Anschlagszahl auf rund ein Viertel der Vorjahre gefallen. In den Jahren starken Flüchtlingsandrangs 2015 und 2016 waren es jeweils rund 1000 Taten (995 und 1031), wie das BKA mitteilte.
Ein Hauptgrund für den Rückgang dürfte die Entwicklung des Flüchtlingszustroms sein: Inzwischen schaffen es weit weniger Flüchtlinge in die EU und nach Deutschland. Viele Notunterkünfte konnten deshalb geschlossen werden. Über den Rückgang der Attacken hat zuerst die "Frankfurter Rundschau" berichtet.
Zu den registrierten Delikten zählen Propagandataten wie etwa Schmierereien (84), Sachbeschädigungen (65) und Gewalttaten (39). In 16 Fällen von Gewaltdelikten versuchten die Täter Flüchtlingsheime in Brand zu stecken. Zweimal kam es zu Explosionen, jeweils an Neujahr: in Kraichtal in Baden-Württemberg und in Altusried in Bayern. In Altusried ließen die Täter einen nicht frei verkäuflichen Böller in einem Standaschenbecher vor dem Heim hochgehen. Der Eingangsbereich wurde demoliert; verletzt wurde niemand.
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