Hakenkreuz-Schmierereien, Sachbeschädigungen und Brandstiftung: Flüchtlingsunterkünfte werden regelmäßig angegriffen. Auch 2017 wurden 264 Straftaten erfasst - deutlich weniger als 2016, aber mehr als 2013. Täter sind fast immer Rechtsextreme.
Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte bleiben laut einem Bericht der "Frankfurter Rundschau" in Deutschland weiter ein Problem. Die Zahl solcher Straftaten sei aber im Vergleich zu den beiden Vorjahren deutlich zurückgegangen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf das Bundeskriminalamt (BKA).
Fast immer Rechtsextreme
Demnach zählte das BKA in diesem Jahr bis Mitte Dezember 264 solcher Straftaten, wie eine Sprecherin der Zeitung auf Anfrage mitteilte. In 251 Fällen macht das BKA demnach rechtsextreme Täter verantwortlich. In 13 Fällen könne eine politische Motivation noch nicht ausgeschlossen werden.
Bei den erfassten Fällen geht es laut Bericht vor allem um Propagandastraftaten (84), Sachbeschädigungen (65) und Gewaltdelikte (39), darunter 16 Brandstiftungen und zwei Sprengstoffanschläge.
Weiterhin viele Anschläge
Nach Angaben der Zeitung sind derartige Angriffe im Vergleich zu den beiden Vorjahren zurückgegangen, aber weiter deutlich über dem Niveau von 2013. Im vergangenen Jahr wurden deutschlandweit 995 als politisch motiviert eingestufte Straftaten gegen Asylunterkünfte registriert, davon 169 Gewalttaten, wie die Zeitung unter Berufung auf das BKA berichtet. Im Jahr 2015 seien es 1031 Angriffe gewesen, 2014 seien 199 gemeldet worden, 2013 insgesamt 69. Die große Mehrheit dieser Taten stuft das BKA demnach als rechtsmotiviert ein.
Tatverdächtige seien laut BKA in diesem Jahr zu bislang 54 Delikten ermittelt worden. Dabei handle es sich um 84 Personen. Viele Verfahren seien aber noch nicht abgeschlossen. 2016 seien zu 218 Taten insgesamt 459 Verdächtige ermittelt worden. 2015 waren es demnach 608 Tatverdächtig zu 272 Delikten.
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