Die österreichische Autorin und Cousine des neu vereidigten FPÖ-Innenministers Daniela Kickl hat auf Facebook in einem scharfen offenen Brief an Herbert Kickl mit der Politik der rechtspopulistischen Partei abgerechnet.
Es fängt ganz harmlos an: "Lieber Cousin Herbert, du hast es tatsächlich geschafft!" Daniela Kickl gratuliert ihrem Cousin zum Ministeramt und versichert ihm, dass die ganze Familie stolz auf ihn sei, "na ja fast. Mehr oder weniger halt."
Der Post ist der jüngste einer Reihe von offenen Briefen, die die Autorin des kapitalismuskritischen Buches "Apple intern" an ihren mittlerweile berühmten Cousin, den frisch vereidigten Innenminister Österreichs Herbert Kickl, geschrieben hat. Immer wieder hat sie darin die Politik und die mitunter menschenverachtenden Standpunkte der FPÖ schwer kritisiert. Kickl haut jedoch nicht grob drauflos, sondern verpackt ihre Kritik in viel Sarkasmus und Ironie.
Sie gibt sich erst verwirrt, doch dann teilt sie aus
Auch im aktuellen Brief gibt sie sich zunächst lediglich verwirrt ob der politischen Standpunkte der Freiheitlichen: "Was ich nicht ganz verstehe ist ja, dass Ihr FPÖ-ler Euch immer als Partei des 'kleinen Mannes' verkauft habt. Irgendwie finde ich dazu aber jetzt so rein gar nix im aktuellen Regierungsprogramm."
So zählt sie in dem Brief dann einige Punkte des Regierungsprogrammes der neuen rechtskonservativen österreichischen Regierung auf, die in starkem Kontrast zu den bürgernahen Wahlversprechen der FPÖ stünden, die sich gerne "Partei der kleine Leute" geriere: "Wie genau profitiert der kleine Mann von der Kürzung des Arbeitslosengeldes?" oder "Wie genau profitieren die kleinen Kinder des kleinen Mannes von der Einführung der Studiengebühren?".
"Gut, dass Ihr immer für alles Ungemach die Ausländer verantwortlich macht"
Auch die ausländerfeindliche Programmatik der FPÖ – ihr Cousin Herbert Kickl erregte im Wahlkampf viel Aufmerksamkeit mit Sprüchen wie "Daham statt Islam" – legt Daniela Kickl offen: "Gut, dass Ihr immer für alles Ungemach die Ausländer verantwortlich macht, das wissen eh alle. Völlig zurecht freilich, sackeln uns diese Gfrastsackln doch förmlich aus."
Sie schließt ihren Post mit einem Versprechen an ihren Cousin: Wenn die Legislaturperiode vorbei ist, wird es diejenigen geben, "die nicht vergessen werden" und "die aus dem blauen Scherbenhaufen eine bessere Welt basteln werden".
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