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Tuesday, December 19, 2017

Streit um Rücksichtnahme - Keine Weihnachtsfeier wegen Muslima: Flut von Hassmails und Drohungen gegen Schule

Streit um Rücksichtnahme: Keine Weihnachtsfeier wegen Muslima: Flut von Hassmails und Drohungen gegen Schule
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Das Lüneburger Johanneum-Gymnasium wird in diesem Jahr auf eine Weihnachtsfeier während der Unterrichtszeit verzichten. Die Schule hatte sich zu diesem Schritt entschlossen, nachdem sich im vergangenen Jahr eine muslimische Schülerin offenbar darüber beschwert hatte, berichtet der „NDR“.

Als Grund habe die Schülerin angeführt, dass die dort gesungenen christlichen Lieder nicht mit ihrem Glauben vereinbar wären. Die Schule bietet nun als Ersatz für die Pflichtfeier während des Unterrichts eine freiwillige Feier am Nachmittag an, bestätigte ein Mitglied des Schulelternrats* gegenüber FOCUS Online. „Laut Schulgesetz soll auf die religiöse Überzeugung anderer Rücksicht genommen werden“, so das Mitglied.

Sowohl in der Schulleitung als auch beim Elternrat herrsche Konsens darüber, dass durch eine Weihnachtsfeier auf freiwilliger Basis am Nachmittag eine gangbare Lösung gefunden worden sei, das Problem zu lösen.

Elternrat „völlig überrascht“ über Flut von Hassmails

Völlig überrascht worden sei die Schule allerdings von den wütenden Reaktionen von außerhalb, die diese Entscheidung hervorgerufen habe. „Seit die lokalen Medien erstmals vor zwei Wochen darüber berichtet haben, stehen unsere Telefone nicht mehr still. Wir werden von einer Welle von Hassmails und wütenden Leserbriefen regelrecht zugeschüttet. Darunter befinden sich auch massive Drohungen gegen Schulleitung und Elternrat.“

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Das Elternratsmitglied zieht es aus diesem Grund vor, anonym zu bleiben. „Die ersten ziehen wegen der Drohungen bereits Strafanzeigen in Erwägung.“ Zudem seien nun auch alle persönlichen Angaben über die Mitglieder des Schulelternrats von der Internetseite der Schule genommen worden. „Diese Hasswelle hat ein Ausmaß angenommen, das einfach zu weit geht. Wir lassen uns weder in die eine noch in die andere Ecke stellen“, sagte das Elternratsmitglied FOCUS Online.

Gauland: „Unerträgliche Unterwerfung gegenüber dem Islam“

In den Chor der Kritik an der Schulentscheidung stimmt nun auch AfD-Chef Alexander Gauland ein. Auf der Facebook-Seite der AfD-Fraktion im Bundestag kritisierte der rechtskonservative Petry-Nachfolger die Herausnahme der Feier aus dem Unterricht als „eine unerträgliche, unfreiwillige Unterwerfung gegenüber dem Islam“. Gauland nennt die Reaktion von Schulleitung und Elternrat eine „völlig falsch verstandene Rücksicht“ auf die muslimische Schülerin, schreibt der AfD-Chef weiter. Dies sei „eine traurige Selbstverleugnung und feige Ungerechtigkeit“ gegenüber den anderen Kindern.

Die Aufregung von außerhalb steht offenbar in keinem Verhältnis zu den Reaktionen an der Schule selbst. Die Eltern der Schüler würden die Kompromisslösung im Großen und Ganzen teilen, sagte das Mitglied FOCUS Online. Der Elternbeirat habe beschlossen, Gaulands Bemerkungen inhaltlich nicht zu kommentieren.

*(Der Redaktion ist der Name des Schulelternratmitglieds bekannt)

Im Video: "Wie man so dumm sein kann": Gauland und Meuthen attackieren Petry scharf

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