Rechercher dans ce blog

Monday, April 23, 2018

Menschenrechtler sind entsetzt - Französische Nationalversammlung verabschiedet verschärftes Asylgesetz

Menschenrechtler sind entsetzt: Französische Nationalversammlung verabschiedet verschärftes Asylgesetz
Danke für Ihre Bewertung!
0

Nach einer 61-stündigen heftigen Debatte hat die französische Nationalversammlung am Sonntagabend in erster Lesung ein umstrittenes Gesetzespaket zur Verschärfung des Asyl- und Einwanderungsrechts verabschiedet. 228 Abgeordnete stimmten für die Maßnahmen, 139 dagegen. Es gab 24 Enthaltungen.

Nach Angaben von Innenminister Gérard Collomb zielt das Gesetzespaket auf eine „kontrolliertere“ Einwanderung ab. Die Frist für die Einreichung eines Asylantrags etwa wird von 120 auf 90 Tage verkürzt. Zudem sollen Asylanträge künftig innerhalb von sechs Monaten statt wie bisher in elf Monaten bearbeitet werden.

Asylbewerber sollen überdies auch weniger Zeit haben, gegen einen negativen Bescheid Widerspruch einzulegen. Abgelehnte Asylbewerber können bis zu 90 Tage lang in Haft genommen werden, das sind doppelt so viele Tage wie vorher. Abschiebungen werden erleichtert.

„En Marche“-Politiker verlässt Partei aus Protest

Gegen den Gesetzesentwurf hatte es in Frankreich bereits massive Proteste gegeben. Möglich wurde die Verabschiedung des Gesetzespakets in der Nationalversammlung vor allem durch die Unterstützung der Regierungspartei von Staatschef Emmanuel Macron, La République en Marche (LREM, Die Republik in Bewegung).

Ein LREM-Abgeordneter, das ehemalige Mitglied der Sozialistischen Partei Jean-Michel Clément, votierte jedoch dagegen und sprach von einer „Gewissensentscheidung“. Um seinem Ausschluss aus der LREM zuvorzukommen, kündigte er anschließend seinen Austritt aus der Fraktion an. Gegen das Gesetzespaket stimmten zudem Abgeordnete aus dem linken Lager.

Hier den Politik-Newsletter abonnieren

Berichte, Videos, Hintergründe: FOCUS Online versorgt Sie täglich mit den wichtigsten Nachrichten aus dem Politik-Ressort. Hier können Sie den Newsletter ganz einfach und kostenlos abonnieren.

Auch die Le-Pen-Partei ist dagegen

Die Abgeordneten der Republikaner und der Front National (FN) von Marine Le Pen votierten dagegen, weil ihnen die Maßnahmen nicht weit genug gehen. Le Pen warnte davor, dass das Gesetz zu einer „Migrationsflut“ führen werde. Sie hatte mit dem Thema im vergangenen Jahr Wahlkampf gemacht und bei der Präsidentschaftswahl einen Stimmenanteil von 36 Prozent erzielt.       

Die Gesetzesnovelle muss nun noch das Oberhaus passieren. Dort haben die rechten Senatoren die Mehrheit. Sie haben bereits „erhebliche Änderungsanträge“ angekündigt. 

Flüchtlingszahlen waren deutlich angestiegen

Die Regierung Macron begründet die Novelle mit deutlich angestiegenen Flüchtlingszahlen: Im vergangenen Jahr hatte Frankreich erstmals mehr als 100.000 Asylanträge registriert, 17 Prozent mehr als 2016. Im EU-Schnitt halbierte sich die Zahl der Bewerber dagegen. Über Frankreich versuchen viele Menschen, nach Großbritannien zu gelangen.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International sprach von einem „gefährlichen“ Gesetz, das Migrantenrechte aushöhle. Amnesty Frankreich kritisierte auch die in dem Gesetz vorgenommene Abschwächung des „Delikts der Solidarität“ mit Flüchtlingen. In dem Gesetzentwurf sind nun „Ausnahmen“ vorgesehen, unter anderem betreffend die Versorgung mit Pflege, Unterkunft oder Nahrung. Die Nichtregierungsorganisation spricht von einem „Damoklesschwert“, das über den Menschen schwebe, die sich für Flüchtlings- und Menschenrechte einsetzten.

Im Video: Mehr als alle 27 EU-Staaten zusammen – Deutschland gewährt den meisten Menschen Asyl

Lesen Sie auch

Let's block ads! (Why?)

No comments:

Post a Comment

Search

Featured Post

Granblue Fantasy: Relink's Demo Will Make a Believer Out of You - Kotaku

depolitikblog.blogspot.com Before multiple friends of mine went out of their way to sing the praises of Granblue Fantasy: Relink to ...

Postingan Populer