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Monday, May 28, 2018

Streit bei der Essensausgabe - Ramadan: Vermehrt Konflikte in Dresdner Flüchtlingsunterkunft

Streit bei der Essensausgabe: Ramadan: Vermehrt Konflikte in Dresdner Flüchtlingsunterkunft
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Bei einem Einsatz in einer Erstaufnahmeeinrichtung in Dresden haben etwa 50 Heimbewohner die Polizei angegriffen. Erst durch die Verstärkung der Einsatzkräfte sei die Lage wieder unter Kontrolle gebracht worden, teilte die Polizeidirektion Dresden am Sonntag mit. Vier Bewohner wurden nach dem Vorfall am Freitagabend festgenommen.

Demnach warfen die Bewohner mit glühenden Zigaretten nach den Einsatzkräften, traten und schlugen sie. Ein Angreifer soll laut Polizei sogar versucht haben, die Beamten mit einer Eisenstange aus seinem Bettgestell zu attackieren. Zwei Polizisten und ein Wachmann seien verletzt worden. Erst mit dem Einsatz weiterer Polizeikräfte sei die Lage am Freitag unter Kontrolle gebracht worden.

„Wir haben diese Fälle während des Ramadans vermehrt“

In der Unterkunft in der Hamburger Straße war den Angaben zufolge bei der Essensausgabe ein Streit zwischen zwei Männern aus Georgien eskaliert. Hintergrund könnte der islamische Fastenmonat Ramadan sein, so eine Theorie der Polizei. „Ein Konflikt im Rahmen des Ramadans könnte der Auslöser gewesen sein. Im Zuge des Ermittlungsverfahrens werden jedoch auch andere Varianten geprüft“, sagt ein Sprecher zu FOCUS Online.

„Wir haben diese Fälle, bei denen es zu Konflikten bei der Essensausgabe kommt, während des Ramadans vermehrt“, sagt hingegen ein Sprecher der Landesdirektion Sachsen zu FOCUS Online. Für gläubige Muslime ist während des Fastenmonats, der am 16. Mai begonnen hat und noch bis zum 14. Juni andauert. Essen und Trinken tagsüber tabu. Erst nach Sonnenuntergang darf gegessen und getrunken werden.

„Asylbewerber versuchen immer wieder, Essen mit auf die Zimmer zu nehmen“

Bei den festgelegten Zeiten für die Essensausgabe in Flüchtlingsunterkünften führt das, zumindest in Dresden, häufig zu Problemen. „Asylbewerber versuchen immer wieder, Essen mit auf die Zimmer zu nehmen“, erklärt der Sprecher der Landesdirektion weiter. „Das ist aus hygienischen Gründen jedoch nicht erlaubt.“ Flüchtlinge müssen also im Speisesaal während der vorgegebenen Zeiten essen.

Spezielle nächtliche Essenszeiten in Dresden eingerichtet

Dabei hat man in Dresden eigentlich viel dafür getan, dass es nicht zu solchen Konflikten kommt. Zusätzlich zu den regulären Essenszeiten (8-10 Uhr, 12.40-14 Uhr und 18-20 Uhr) gibt es während des Ramadans zwei weitere Zeitfenster: von 20.30-22 Uhr und von 1-3 Uhr nachts. Ein Sprecher der Landesdirektion betont, dass diese Essenszeiten schon zu Ramadan-Beginn eingerichtet wurden.

Warum manche Bewohner die Lebensmittel trotz der nächtlichen Essenszeiten unbedingt mit aufs Zimmer nehmen und nicht im Speisesaal essen wollen, ist eine der offenen Fragen, die es in Dresden wohl noch zu klären gibt.

Im Video: „Können nicht alle aufnehmen“: Nahles gängelt Grüne im Streit um sichere Herkunftsländer

Schon kurz nach Beginn des Ramadans am 17. Mai war es zu einem Zwischenfall in der Hamburger Straße gekommen. Ein Tunesier geriet mit dem Sicherheitsdienst in Streit, ebenfalls in einem Essenszelt, wie die Polizei mitteilte. Daraufhin schlug der Mann mit einer Eisenstange nach einem Mitarbeiter. Weitere Bewohner mischten sich ein, die Mitarbeiter konnten die Lage beruhigen.

Vorfall auch in zweiter Dresdner Erstaufnahmeeinrichtung

Während ähnliche Vorfälle wegen des Ramadans in anderen Städten bislang nicht bekannt sind, gibt es diese Probleme offenbar auch in einer zweiten Erstaufnahmeeinrichtung in Dresden in der Bremer Straße. 25 Bewohner gingen Mitte Mai auf Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes los, attackierten sie mit Stühlen, Steinen und sogar einem Messer. Drei Wachmänner wurden damals verletzt, einer erlitt sogar Stichverletzungen. Der Anlass war auch hier, dass ein Flüchtling Essen auf dem Zimmer bunkern wollte.

„Ein Bewohner der Erstaufnahmeeinrichtung nahm entgegen der Hausordnung große Mengen Lebensmittel aus dem Speiseraum mit. Er wurde vom Betreuungspersonal darauf hingewiesen, dass die Lebensmittel im Speiseraum verzehrt werden müssen“, teilte die zuständige Landesdirektion damals gegenüber „Radio Dresden“ mit. Als der Mann die Anweisung ignorierte, eskalierte die Situation.

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Die Polizei ermittelt im aktuellen Fall nun gegen vier Tatverdächtige aus Georgien im Alter von 17, 20, 27 und 42 Jahren wegen Verdachts auf Landfriedensbruch. Sie wurden vorläufig festgenommen.

Im Video: Brennpunkt Asyl: Wie Bamberg sich der Flüchtlingsproblematik stellt

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