
Das Hin und Her im Handelsstreit zwischen den USA und China droht zu eskalieren. Die Trump-Regierung macht ernst und brummt chinesischen Unternehmen Strafzölle oder Lieferstopps auf. Verfolgen Sie die aktuellen Entwicklungen im Ticker von FOCUS Online.
Revanche gegen Trump-Zölle: EU plant eigene Zölle auf Stahlprodukte
19.33 Uhr: Die EU will mit Schutzzöllen auf Marktverzerrungen durch die US-Sonderzölle auf Stahlprodukte reagieren. Die jüngsten Importstatistiken zeigten, dass wegen der US-Sonderzölle in Höhe von 25 Prozent mehr ausländische Stahlerzeugnisse in die EU gelenkt würden, teilte ein Sprecher von EU-Handelskommissarin Cecila Malmström am Donnerstag mit.
Deswegen habe man den EU-Staaten vorläufige Schutzmaßnahmen vorgeschlagen. Geplant ist demnach, zusätzliche EU-Zölle auf die diejenigen Importe zu verhängen, die nun zusätzlich in EU kommen. An der Verzollung der traditionellen Importmengen würde sich nichts ändern.
Nach Angaben des Sprechers soll die vorläufige Schutzmaßnahme noch in diesem Monat offiziell beschlossen werden. Von den Mitgliedstaaten gebe es breite Zustimmung, hieß es. Dauerhafte Schutzmaßnahmen könnten nach dem endgültigen Abschluss der derzeitigen Marktuntersuchung beschlossen werden. Letztere wird noch mindestens bis Ende des Jahres dauern.
Bereits im Juni hatte die EU Vergeltungszölle auf US-Produkte wie Whiskey, Jeans und Motorräder in Kraft gesetzt. Auch sie sind eine Reaktion auf die Einführung von US-Sonderabgaben auf Stahl- und Aluminiumprodukte, die von den Europäern als nicht vereinbar mit den Regeln der Welthandelsorganisation WTO angesehen werden. Nach EU-Auffassung wurden sie nämlich nicht wie von Washington angeführt zum Schutz der nationalen Sicherheit, sondern zur Abschottung des US-Marktes vor ausländischer Konkurrenz eingeführt.
USA und China steuern auf Handelskrieg zu
Donnerstag, 5. Juli, 18.59 Uhr: Die USA und China bleiben im Handelsstreit auf Konfrontationskurs. Als Vergeltung für das Inkrafttreten von 25-prozentigen Sonderzöllen der USA auf Importe aus China im Wert von 34 Milliarden US-Dollar an diesem Freitag wird Peking Gegenmaßnahmen in ähnlichem Umfang erlassen, wie der Zoll mitteilte. Die Eskalation zwischen den beiden größten Volkswirtschaften wird mit Sorge verfolgt, da die Weltwirtschaft in Mitleidenschaft gezogen werden könnte. Auch droht den Europäern, zwischen die Fronten zu geraten.
„Die USA haben diesen Handelskrieg provoziert“, sagte der Sprecher des Handelsministeriums, Gao Feng, in Peking. Sein Land werde sich „Drohungen und Erpressung“ nicht beugen. „China wird gezwungen sein, zurückzuschlagen.“ Das Land werde seine Kerninteressen verteidigen. Um unkalkulierbaren Folgen des Handelskonflikts an den Aktien- und Währungsmärkten entgegenzuwirken, haben Chinas Zentralbank und Wertpapieraufsicht bereits Notfallpläne entwickelt.
Die US-Zölle sollen um Mitternacht Washingtoner Zeit (Freitag 06.00 Uhr MESZ) in Kraft treten – die chinesischen Gegenmaßnahmen kurz danach. Nach dieser ersten Runde droht eine weitere Eskalation, da US-Präsident Donald Trump Mitte Juli über Sonderabgaben in Höhe von 25 Prozent auf weitere chinesische Waren im Wert von 16 Milliarden US-Dollar entscheiden will, die Anfang August in Kraft treten könnten. Er begründet die Zölle mit Technologiediebstahl.
Als Reaktion auf Chinas Vergeltung droht Trump aber zusätzlich mit Zöllen in Höhe von zehn Prozent auf weitere chinesische Importe im Wert von 200 Milliarden US-Dollar. Insgesamt wäre dann die Hälfte aller Ausfuhren aus China in die USA betroffen. Experten warnen, dass im Falle eines ausgewachsenen Handelskrieges ein Rückgang des Wirtschaftswachstums in den USA, China und weltweit droht.
No comments:
Post a Comment