Zu Beginn der Woche drohte die Große Koalition noch zu zerfallen, jetzt scheint es vorläufig Frieden zu geben: Nach der Einigung zwischen CDU und CSU gibt es nun auch mit der SPD eine Übereinkunft über ein neues Asylpaket. Verfolgen Sie die Entwicklungen im News-Ticker von FOCUS Online.
Als Parteifreunde ihm Rat wegen Merkel geben wollten, redete Seehofer sich in Rage
Samstag, 07. Juli, 20.43 Uhr: Hart bleiben oder nachgeben? Auf dem Höhepunkt des Asylstreits letzten Sonntag trafen sich Horst Seehofer und der Rest des CSU-Vorstands in München, um eben diese Frage zu klären. Seehofer soll in dieser Sitzung um eine ehrliche Aussprache gebeten haben – doch wie der „Spiegel“ jetzt berichtet, scheint ihm diese Aussprache zu ehrlich geworden zu sein.
Den kompromissbereiten Entwicklungsminister Gerd Müller soll Seehofer etwa mit den Worten abgekanzelt haben: „Was bist du denn für ein Bundesminister?“ Dem Europapolitiker Manfred Weber, der in europäischen Fragen eher mit Merkel auf einer Linie liegt als mit seinen eigenen Parteifreunden, soll Seehofer angeherrscht haben: „Du bist mein Stellvertreter, du schuldest mit Loyalität!“ Neben seinem Amt als Fraktionsvorsitzender der Europäischen Volkspartei im Europaparlament, zu der auch die Union gehört, ist Weber auch stellvertretender CSU-Vorsitzender.
Generell soll sich Seehofer darum gesorgt haben, dass die CSU nicht geschlossen genug erscheine. „Was wir hier besprechen, erfährt doch alles Merkel“, soll Seehofer in der Sitzung laut „Spiegel“ gesagt haben. „Und wenn sie es erfährt, gibt sie gar nicht mehr nach.“ Einige Personen im Raum seien wohl zu dumm, um das zu erkennen, soll sich Seehofer geärgert haben.
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