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Thursday, January 3, 2019

- Ein neues Werkzeug gegen das Vergessen / Religion als Hilfe für Demenzkranke

Ein neues Werkzeug gegen das Vergessen / Religion als Hilfe für Demenzkranke
Religiöse Gefühle können Menschen mit Demenz helfen – das sehen die, die sich um sie kümmern. Jetzt wird daraus ein deutschlandweites Projekt, um das wissenschaftlich zu untermauern und Menschen zusammen zu bringen.

DOMRADIO.DE: Wie ist dieses Pjojekt entstanden?

Hermine Urbaniak (Projektleiterin beim Pflegedienst AKF): Dieses Projekt ist aus vielen Beobachtungen entstanden. Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kamen immer wieder in die Dienstbesprechung und erzählten von Erlebnissen, wie Menschen mit Demenz aktiviert wurden, wenn sie Kontakt zur Religion oder zur Spiritualität hatten. Diese Beobachtungen wurden auch in anderen Demenz-Netzwerken gemacht. So kam es zu diesem Projekt, denn es gibt keine Fakten, die diese Beobachtungen wissenschaftlich untermauern. Sollte uns das gelingen, haben wir ein weiteres Werkzeug in unserer Hand, wie man Menschen mit Demenz helfen kann.

DOMRADIO.DE: Was passiert bei diesem Projekt?

Urbaniak: Es werden Tandempaare gebildet aus einem Begleiter oder einer Begleiterin und einem Menschen mit Demenz. Die treffen sich regelmäßig und in diesen Treffen soll die Religion in den Vordergrund gestellt werden. Das ist religionsunabhängig und deutschlandweit. Denn die Paare treffen sich privat und können sich selbst und individuell überlegen, wie sie diese Treffen ausgestalten. Wir, das Team von "Demenz begeistert", begleiten diese Tandempaare, in welcher Form auch immer. Wir haben Materialien erarbeitet, die man verwenden kann, um sich für diese Treffen Ideen und Anregungen herauszusuchen.

DOMRADIO.DE: Was steht da zum Beispiel drin?

Urbaniak: Es gibt verschiedene Bereiche, unterteilt nach verschiedenen Religionen. Es sind Anregungen, wie man zum Beispiel backen könnte, kochen könnte, wie man bastelt, es stehen aber auch Lieder und Gebete darin. Es ist vielfach sehr kreativ und wir laden auch dazu ein, dass man mal Dinge ausprobiert, die man vorher so gar nicht in Betracht gezogen hat. So hat ein Maler zu seinem Talent gefunden: Er hatte in seinem ganzen Leben noch nicht gemalt und auch keinen Bezug dazu, er hat Malen vielleicht sogar als Zeitverschwendung tituliert. Mit der demenziellen Veränderung hat sich das Bewusstsein verändert und er fing mit einmal an zu malen und zwar richtig viel und richtig gut und richtig leidenschaftlich. Das bietet so ein Projekt natürlich auch. Es sind Anhaltspunkte aus verschiedenen Bereichen, neue Dinge, aber auch emotionale Ankerpunkt aus der Religion oder Spiritualität, wie man sie in der Jugend und Kindheit vielleicht erlebte.

DOMRADIO.DE: Wer macht denn da alles so mit?

Urbaniak: Mitmachen kann grundsätzlich jeder, der sich vorstellen kann, ein Treffen mit religiösem Inhalt durchzuführen als Begleiter oder Begleiterin oder eben als Mensch mit Demenz. Das können bestehende Tanzpaare sein, wie zum Beispiel bei meiner Schwester: Sie betreut ihre Schwiegermutter, die wohnen in demselben Haus und sie verbringen unheimlich viel Zeit zusammen und diese Schwiegermutter selbst ist gar nicht so besonders religiös. Natürlich hat sie Erinnerungen aus der Kindheit und Jugend. Da wurden religiöse Feste in der Familie stärker gefeiert, da wurde auch gebetet. Meine Schwester sagt jetzt: "Ich habe damit eine Anregung, wie ich Zeit mit meiner Schwiegermutter verbringen kann. Der Bezug bei ihr ist zwar relativ gering, aber ich mache da jetzt einfach mal mit und mal gucken, wie das bei ihr wirkt."

DOMRADIO.DE: Wie misst man dann, ob und wie diese Aktivierung der religiösen Gefühle denn das Wohlbefinden dieser Menschen beeinflussen kann?

Urbaniak: Religiöse Gefühle in diesem Sinne kann man schlecht messen. Man kann aber messen, wie es diesen Menschen geht, ob sie sich beispielsweise auf dieses Treffen freuen, ob sie danach fragen oder wie der Gesamtzustand ist. Da gibt es schon verschiedene Fragen, die in einem Fragebogen verankert worden sind, den die Begleiterin oder der Begleiter und der Mensch mit Demenz regelmäßig ausfüllen.

DOMRADIO.DE: Was machen Sie dann mit den Fragebögen?

Urbaniak: Das wird wissenschaftlich ausgewertet und das Ergebnis soll natürlich in Demenz-Netzwerken weiter verbreitet werden. Wir erhoffen uns dadurch einfach ein weiteres Werkzeug, wie man Menschen mit Demenz helfen kann.

Interessierte finden unter http://bit.ly/2QkTeD8 weitere Informationen und den Kontalkt zum Mitmachen.

*Der Beitrag "Ein neues Werkzeug gegen das Vergessen / Religion als Hilfe für Demenzkranke" stammt von DOMRADIO.DE. Es gibt keine redaktionelle Prüfung durch FOCUS Online. Kontakt zum Verantwortlichen hier.

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