Zwei von drei Deutschen brummt regelmäßig der Schädel. Ärzte wollen Betroffene künftig mit einer neuen Art von Medikamenten behandeln. Plus: FOCUS-Selbsttest - Welcher Kopfschmerztyp bin ich?
Kopfschmerzen sind eine moderne Plage. Die Zahl der Betroffenen nimmt zu. Zwei von drei Deutschen brummt, pocht oder sticht regelmäßig der Schädel. Das Gehirn sendet uns mit dem Schmerz ein Warnsignal. Ist der Alltag hektisch und ohne Regelmaß, laufen die Akkus leer. Die Nervenzellen in der grauen Masse bekommen zu wenig Energie. „Low-Carb-Liebhaber und Frühstücksmuffel riskieren Kopfweh“, warnt Experte Hartmut Göbel. Er empfiehlt regelmäßige Mahlzeiten, damit das Gehirn nie unterzuckert.
Ärzte unterscheiden mehr als 360 Arten des Volksleidens. Migräne und Spannungskopfschmerz kommen am häufigsten vor. Zu den bekanntesten Formen gehören auch Cluster- und Medikamentenkopfschmerz. Viele Patienten leiden unter einer Kombination mehrerer Varianten.
Wissenschaftler erkunden, welches Verhalten vor den verschiedenen Schmerzarten schützt. Sie beruhigen überreizte Nerven mit Botox oder durch kleine Stromstöße. Und sie haben eine Impfung gegen Migräne entwickelt. Mit biotechnologisch hergestellten Antikörpern können Ärzte erstmals in der Geschichte der Kopfschmerztherapie eine Ursache der Anfälle bekämpfen, indem sie die molekularen Schalter im Gehirn blockieren. „Das gibt vielen chronisch Migränekranken Hoffnung“, urteilt Hartmut Göbel, Chef der Schmerzklinik Kiel und ein Leiter der Impfstudie in Deutschland.
Aber auch digitale Helfer können Kopfschmerzen lindern. In die Migräne-App für das Smartphone, welche die Techniker Krankenkasse und die Schmerzklinik Kiel entwickelt haben, können Betroffene eintippen, wann und wo es wehtut, welche Medikamente sie schlucken - und ob sie helfen. Ein digitales Kopfschmerztagebuch also.
Schluss mit dem Schmerz!
Eine Impfung soll gegen Migräne helfen - und andere Therapien, die das Leiden lindern
FOCUS-Selbsttest: Welcher Schmerztyp bin ich?
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