
Der Berliner Polizei-Chef Klaus Kandt muss gehen. Das teilte Innensenator Andreas Geisel Vertretern der rot-rot-grünen Fraktion mit. Kandt hatte die Behörde seit Ende 2012 geführt.
Das berichten mehrere Hauptstadt-Medien übereinstimmend, unter anderem die „Berliner Morgenpost“. Für zwölf Uhr ist eine Pressekonferenz angekündigt.
Gründe für die Entlassung sind noch nicht durchgesickert. Allerdings war Kandt nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz im Dezember 2016 unter Druck geraten. Beamte des Landeskriminalamts, das dem Polizeipräsidium ebenfalls untersteht, hatten kurz vor dem Anschlag über schwere Personalnot geklagt.
In einem anderen Fall hatten erkrankte Beamte das Polizeipräsidium wegen Körperverletzung durch Unterlassen angezeigt. Die Beamten hatten an Schießständen mit gesundheitsgefährdenden Dämpfen trainieren müssen.
Kandt gibt sich überrascht
Gegenüber der „Welt“ hat sich Kandt am späten Montagvormittag erstmals zu seiner Entlassung geäußert. „Ich wurde heute morgen zum Innensenator einbestellt und in den Ruhestand versetzt“, sagte Kandt dem Blatt. Der Berliner Innensenator Andreas Geisel habe einen „innenpolitischen Neuanfang beschlossen.“
Die Entscheidung habe Kandt nach eigenen Angaben überrascht: „Meine Behörde ist gut aufgestellt, wir stehen finanziell gut da.“ Bei Veröffentlichung der nächsten Polizeilichen Kriminalstatistik werde die „Ernte meiner Arbeit eingefahren“, ist sich der geschasste Polizeichef sicher.
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