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Wednesday, December 5, 2018

- Finanzchefin festgenommen: Huawei in Nöten

Finanzchefin festgenommen: Huawei in Nöten
Meng Wanzhou ist die Tochter des Huawei-Gründers Ren Zhengfei. Sie befand sich auf kanadischem Boden, als die Polizei zugriff. Eine Auslieferung an die USA droht. Dabei geht es gar nicht um den üblichen Spionageverdacht.

Der chinesische Konzern ist der weltgrößte Telekomausrüster sowie der drittgrößte Smartphone-Hersteller der Welt. Und er wird von westlichen Geheimdiensten mit einigem Argwohn betrachtet: Immer wieder wird Huawei unterstellt, für die Regierung in Peking zu spionieren. Aus Sicht der USA ist der Telekommunikationsriese aber noch anderer Vergehen schuldig. Seit mindestens zwei Jahren wird dort gegen Huawei wegen des Verstoßes gegen Ausfuhr- und Sanktionsgesetze ermittelt: Die Chinesen sollen Produkte aus den USA in den Iran geliefert haben.

Diese Ermittlungen haben nun in Vancouver zur Festnahme von Meng Wanzhou geführt. Die Huawei-Finanzchefin muss mit ihrer Auslieferung in die USA rechnen. Für Freitag sei eine Anhörung angesetzt, heißt es aus dem kanadischen Justizministerium. Dann werde geklärt, ob die Spitzenmanagerin gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt werden könne. Weitere Informationen werde es vorerst nicht geben.

Huawei bestätigte die Verhaftung in einem Statement. Man habe aber nur wenige Informationen erhalten, was der Managerin vorgeworfen werde. Ein Fehlverhalten sei dem Konzern nicht bekannt.

In den USA ist Huawei weitgehend von der Belieferung staatlicher Stellen und deren Auftragnehmern ausgeschlossen. Auch der britische Telekomkonzern BT Group hat gerade angekündigt, die Ausrüstung des chinesischen Konzerns von den bereits existierenden 3G- wie auch 4G-Mobilfunknetzen zu entfernen und beim neuen Mobilfunkstandard 5G nahezu komplett auf Huawei zu verzichten. Damit schließt sich der ehemalige britische Staatsmonopolist Australien und Neuseeland an. Beide Länder nutzen beim 5G-Aufbau keine Produkte von Huawei, weil sie Spionage der chinesischen Regierung befürchten.

Auch in Deutschland gibt es solche Bedenken – beim Ausbau der digitalen Infrastruktur beliefert Huawei unter anderem die Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica (O2). "Wir gucken auf alles sehr genau", sagte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer der Nachrichtenagentur Reuters. Die Bundesregierung wolle beim künftigen 5G-Mobilfunkstandard die Spionage durch ausländische Netz-Ausrüster verhindern, damit "die Daten-Infrastruktur und die Sicherheit gegeben ist".

rb/haz (afp, ap, rtr)

*Der Beitrag "Finanzchefin festgenommen: Huawei in Nöten" stammt von Deutsche Welle. Es gibt keine redaktionelle Prüfung durch FOCUS Online. Kontakt zum Verantwortlichen hier.

Deutsche Welle
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