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Thursday, February 28, 2019

Stellungnahme - Verteidigungsministerium räumt schwere Fehler bei "Gorch Fock" ein

Stellungnahme: Verteidigungsministerium räumt schwere Fehler bei "Gorch Fock" ein

In der Affäre um das Marine-Segelschulschiff "Gorch Fock" hat das Bundesverteidigungsministerium einem Medienbericht zufolge gravierende Fehler eingeräumt.

Die "Welt" berichtet, das Ministerium habe nach einer umfangreichen Prüfung der internen Revision die schweren Vorwürfe des Bundesrechnungshofes weitgehend bestätigt.

In einer Stellungnahme, die dem Bundestag am Donnerstag übermittelt wurde, heißt es demnach, obwohl die Prüfungen noch nicht abschließend aufgearbeitet worden seien, erlaube der bisherige Wissensstand "bereits festzustellen, dass wir dem überwiegenden Teil der Darstellungen des Bundesrechnungshofes sowie den Empfehlungen im Wesentlichen folgen und die zusammenfassenden Bemerkungen teilen".

Kosten auf 135 Millionen Euro angestiegen

Der Rechnungshof hatte Anfang Januar Medienberichten zufolge in einem Prüfbericht schwere Versäumnisse bei der Instandsetzung des im Jahr 1958 gebauten Segelschiffs festgestellt. So waren für die Sanierung des Dreimasters Ende 2015 noch knapp zehn Millionen Euro veranschlagt worden. Inzwischen sind die Kosten auf 135 Millionen Euro angestiegen. Der Rechnungshof bemängelte unter anderem, vor der Instandsetzung habe es weder eine umfassende Schadenaufnahme noch eine ausreichende Untersuchung der Wirtschaftlichkeit gegeben.

Allerdings weist das Verteidigungsministerium dem "Welt"-Bericht zufolge einige Vorwürfe des Rechnungshofes zurück. Insbesondere widerspricht das Ressort der Feststellung der Finanzkontrolleure, die "Gorch Fock" habe über Jahre "eine Gefahr für Leib und Leben der Besatzung und der Offiziersschüler" dargestellt.

Sicherheit der Soldaten soll nicht beeinträchtigt gewesen sein

In der Stellungnahme schreibt das Ministerium, eine solche Gefahr habe "jedenfalls seit Abschluss der Instandhaltungsmaßnahmen 2012 bis zum Beginn des aktuellen Instandhaltungsvorhabens nicht bestanden". Die Sicherheit der Soldaten sei nicht beeinträchtigt gewesen.

Der sicherheitspolitische Sprecher der Grünen, Tobias Lindner, forderte das Verteidigungsministerium in der "Welt" auf, sich künftig "nicht nur als Opfer der kriminellen Machenschaften einer Werft zu inszenieren". Das von Ursula von der Leyen (CDU) geführte Ministerium habe "auch erhebliche eigene Fehler gemacht".

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Dieses Mal trifft es Heiko Maas - Außenminister sitzt nach Flugzeugpanne in Mali fest

Dieses Mal trifft es Heiko Maas: Außenminister sitzt nach Flugzeugpanne in Mali fest

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) ist wegen einer Panne an seinem Regierungsflieger im westafrikanischen Mali gestrandet. Die Maschine vom Typ A319 konnte ihn am Donnerstagabend nicht wie geplant von der malischen Hauptstadt Bamako zurück nach Berlin bringen.

Über den Defekt wurden zunächst keine Angaben gemacht. Maas entschied sich zunächst, in Bamako zu übernachten. Er will am Freitag mit einer Ersatzmaschine zurückfliegen.

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- "Mer stonn zesamme“ / In Bensberg findet traditionell eine "Möhnemess" statt

"Mer stonn zesamme“ / In Bensberg findet traditionell eine "Möhnemess" statt
Erst beten, dann feiern. Das gehört für viele Jecken zusammen. Den Segen von ganz oben holten sich daher zu "Wieverfastelovend" hunderte Frauen in St. Nikolaus, wo in jedem Jahr ein ökumenischer Wortgottesdienst gefeiert wird.

Das sei genau das Richtige für die Seele, findet Ute Dombrowski. "Damit läute ich für mich den Straßenkarneval ein, zumal dieser Gottesdienst geradezu die ideale Einstimmung dafür ist. Zwischen Herzschmerz und Freude bis hin zum sprichwörtlichen Druck auf die Tränendrüsen ist alles mit dabei", lacht die 54-Jährige. In ihrem schmucken Amazonen-Kostüm der Großen Bensberger Karnevalsgesellschaft Rot-Weiß reiht sie sich zwischen die vielen bunten Clowns und Narren ein, die an diesem Morgen von überall her nach St. Nikolaus gekommen sind.

Bereits zum zehnten Mal ist sie bei diesem traditionellen Wortgottesdienst mit dabei und trotzdem in jedem Jahr wieder neu angetan von dieser ganz eigenen Mischung aus ansteckender Feierstimmung mit kölschen Mundart-Hits und besinnlich-nachdenklichen Tönen. Sonst singt die Katholikin im Kirchenchor. Aber an diesem Morgen darf es auch mal das weniger klassische Genre sein. "Der kirchliche Segen in der Session ist wie das I-Tüpfelchen, bevor dann um 11.11 Uhr das Rathaus gestürmt wird", sagt Dombrowski. "Er gibt mir Schwung für den Tag." Und dann fügt die passionierte Karnevalistin augenzwinkernd noch hinzu: "Eigentlich die schönste Messe im ganzen Jahr und als niederschwelliges Angebot auch für Nicht-Kirchgänger durchaus eine Anregung, mal in einen Gottesdienst reinzuschnuppern."

Anziehungspunkt für die Menschen am Ort

Dass es an diesem Morgen "lockerer und entspannter als sonst" in der Kirche zugehe, alle kostümiert kommen dürften und zudem die Texte in Mundart gesprochen würden, macht diese "Möhnemess" auch für Angelika Frauen und ihre Freundin Dagmar Löhr aus Overath-Untereschbach so attraktiv. "Die Musik ist einfach toll und die Atmosphäre ganz besonders; außerdem finde ich den ökumenischen Akzent gut", schwärmt sie. In jedem Jahr komme sie mit einer Gruppe von Frauen nach Bensberg. "Das muss man mal erlebt haben", wirbt sie in ihrer eigenen Pfarrei für diesen außergewöhnlichen Gottesdienst, zu dem sich die Frauen immer schon ziemlich früh auf den Weg machen.

Denn die "Möhnemess" ist zwar zuallererst ein Anziehungspunkt für die Menschen am Ort, aber auch für zahlreiche Frauen aus den Nachbargemeinden, wo es eine solche über fast zwei Jahrzehnte gewachsene Tradition nicht gibt. Und schließlich wollen sie am liebsten auch alle einen Platz in den vorderen Bankreihen ergattern. Von da habe man jedenfalls den besten Blick auf Band und Altar – das wissen sie von ihren Besuchen aus den Vorjahren längst.

"Ohne den Sejen Jottes jeht es nit!"

"Knatschjeck vür Freud" lautete in diesem Jahr das Motto der Möhnemess. Und dass das die vielen hundert Frauen an diesem Morgen in St. Nikolaus wörtlich nehmen, zeigen nicht nur die phantasievollen Kostüme und strahlenden Gesichter bis in die letzten Reihen, wo genauso ausgelassen mitgesungen und geschunkelt wird wie vorne am Altar. Auch das Vorbereitungsteam – Pfarrer Andreas Süß, Pastor in den katholischen Pfarrgemeinden St. Nikolaus/St. Joseph, Pfarrer Wolfgang Graf von der evangelischen Kirchengemeinde Bensberg und Mechtild Münzer – gibt sein Bestes, mit viel Sinn für Humor und das rheinische "Levensjeföhl" die eine oder andere launige Pointe zu setzen und dennoch auch das durchaus ernste Anliegen eines solchen kirchlichen Angebots im Blick zu behalten.

"Ne, watt hamma ne schöne Relijon!", entfährt es beispielsweise Pfarrer Süß an einer Stelle. Und an anderer: "Ohne den Sejen Jottes jeht es nit!", um dann mit der ganzen Gemeinde einzustimmen in den bekannten "Höhner"-Hit: "Kumm, loss mer fiere, nit lamentiere!" Und so läuft diese morgendliche Andacht zu keiner Zeit Gefahr, in eine Art Büttenredenveranstaltung zu kippen. Auch weil die sonst für einen Wortgottesdienst üblichen Bestandteile Lesung, Evangelium, Fürbitten und "Vater unser" – trotz des durchgängigen Vortrags "op kölsch" – durchaus für andächtiges Zuhören und stille Momente in all dem fröhlichen Trubel sorgen.

"Ohne das Kirchenjahr gäbe es gar keinen Karneval"

Zusätzliche Pluspunkte sammeln die beiden Pfarrer vorne am Ambo auch mit ihren pointensicher formulierten Betrachtungen zu dem, was das "fröhliche Hätz" eines Christenmenschen ausmacht, und was es heißt, "knatschjeck zo sin", "zu lache" oder den "liev Herrjott" ins eigene "Levve" einzubeziehen. Kirche und Karneval – das gehört ganz klar für die beiden Seelsorger zusammen. Und so haken auch sie sich unter, als es heißt "Wann jeiht der Himmel widder op…" oder die Band den typisch kölschen Ohrwurm anstimmt: "Wenn am Himmel die Stääne danze un d’r Dom sing Glocke spillt…"

"Ohne das Kirchenjahr gäbe es gar keinen Karneval", betont Pfarrer Graf. Im Karneval würde noch einmal kräftig gefeiert, bevor es dann hieße, sechs Wochen lang zu fasten. "Indem wir als Christen ausgelassen miteinander Karneval feiern, schärfen wir noch einmal unser Bewusstsein für die am Aschermittwoch beginnende österliche Bußzeit", ergänzt Pfarrer Süß. Und schließlich ist dem Leitenden Pfarrer in Bensberg eine Botschaft noch ganz wichtig: "Mer stonn zesamme im Karneval." Sich von dieser Haltung aber auch etwas in die Zeit nach Aschermittwoch hinüberzuretten, sei ihm ein Herzensanliegen. "Beieinander stehen, füreinander da sein. Darauf kommt es an. An jedem Tag eines Jahres."

*Der Beitrag ""Mer stonn zesamme“ / In Bensberg findet traditionell eine "Möhnemess" statt" stammt von DOMRADIO.DE. Es gibt keine redaktionelle Prüfung durch FOCUS Online. Kontakt zum Verantwortlichen hier.

DOMRADIO.DE
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„Geheimakte Asyl“ - Reporter enthüllt, wie Deutschland Warnungen vor Terroristen ignorierte

„Geheimakte Asyl“: Reporter enthüllt, wie Deutschland Warnungen vor Terroristen ignorierte

In der Flüchtlingskrise sollen Chefs des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und Politiker Warnungen vor möglichen Terroristen und Kriminellen ignoriert haben. Das legt zumindest ein Buch unter dem Titel „Geheimakte Asyl: Wie die Politik in der Flüchtlingsfrage Deutschlands Sicherheit gefährdet“ nahe.

Autor des Buches ist Stefan Meining, Terror-Experte des Bayerischen Rundfunks (BR). Sein Credo: Viel zu lange habe in Zeiten des großen Flüchtlingszuzugs die politische Maxime gelautet, dass es kein Sicherheitsproblem gebe. Dabei sei Polizei- und Geheimdiensten das Risiko bewusst gewesen.

Wegen der hohen Flüchtlingszahlen hatte das BAMF Ende 2014 begonnen, Asylanträge von Menschen aus Syrien, dem Irak und Eritrea in einem beschleunigten schriftlichen Verfahren zu bearbeiten. Sie mussten bei ihrem Asylantrag lediglich einen Fragebogen ausfüllen. Das Ziel: den stetig wachsenden Antragsstau auflösen und die Bearbeitung beschleunigen. Dazu schreibt der Terror-Experte in seinem Buch:

„Eindringlich klingt (…) die Warnung der Sicherheitsexperten im BAMF vor den Folgen der schriftlichen Anhörungen. Zurzeit können ‚nur im begrenzten Umfang Erkenntnisse zu den Antragstellern aus den Staaten Syrien, Irak und Eritrea an die Sicherheitsbehörden‘ zur Verfügung gestellt werden. (…) Erneut weisen die Experten im BAMF darauf hin: Unter Sicherheitsaspekten bleibe ‚eine persönliche Anhörung des Antragstellers wünschenswert. Sie sollte nicht durch einen Fragebogen ersetzt werden‘.“

Insider: Jede Kontrollfunktion wird bewusst auf Sparflamme gestellt

In dieser Zeit wurde auch das Personal im BAMF massiv aufgestockt. Der Autor schreibt von „Blitzeinweisungen“ innerhalb weniger Tage. Auch Mitarbeiter anderer Behörden wechseln zeitweise ins BAMF. Altgediente Mitarbeiter würden mit Sorge feststellen, dass den Neuen „jegliche Sensibilität für Sicherheitsfragen fehlt“.  

„Seit vielen Jahren ist das BAMF innerhalb der deutschen Sicherheitsarchitektur die erste Behörde, die Informationen zu Asylbewerbern sammeln kann. Im Herbst 2015 fällt dieser Vorposten beinahe komplett weg. Jede Kontrollfunktion wird bewusst auf Sparflamme gestellt, allen Sicherheitsbedenken zum Trotz. Sonst wäre das BAMF komplett zusammengebrochen, und ‚das hätte die Bevölkerung nicht verstanden‘, meint ein Insider mit besten Beziehungen zu den deutschen Sicherheitsdiensten: ‚Deshalb musste so getan werden, als würde es laufen. Dabei war das Kind bereits in den Brunnen gefallen.‘“

„Warnungen blieben geheim; bis zum heutigen Tag“

Weiter schreibt Meining in seinem Buch von einer Warnung des Bundesamts für Verfassungsschutz vor eingeschleusten IS-Kämpfern. Der Autor beschreibt sie als „besorgniserregende Nachricht“, von der die Deutschen nicht erfuhren, die aber auch auf politischer Seite folgenlos blieb:

„Laut einem Hinweis des Bundesamtes für Verfassungsschutz, abgekürzt BfV, haben sich Anhänger des sogenannten Islamischen Staates und weiterer Gruppierungen ‚unauffällig als Flüchtlinge getarnt auf den Weg nach Europa gemacht‘. Das BfV spricht dabei insbesondere von männlichen Personen, die sich als Kurden aus Mossul ausgeben. (…) Diese Warnungen bleiben geheim; bis zum heutigen Tag. Aus gutem Grund: Der Hinweis des Bundesamtes steht in scharfem Kontrast zu den öffentlichen Verlautbarungen deutscher Politiker und Sicherheitsexperten.“

Meinings Buch gibt einen detaillierten Überblick über die – größtenteils bereits bekannten – Missstände in Deutschlands Flüchtlingsbehörde. So arbeitet er auch die Affäre um die Ex-Behördenleiterin Jutta Cordt und den Fall des Bundeswehroffiziers Franco A. auf. Dafür führte der Terror-Experte Gespräche mit zahlreichen Mitarbeitern deutscher Sicherheitsbehörden, die ihm auch Einblick in vertrauliche Unterlagen gaben.

Politische Einstellung des Autors wird deutlich

Nicht unverborgen bleibt beim Lesen des Buches die politische Einstellung des Autors. So benutzt er Begrifflichkeiten wie „Grenzöffnung“ und „unkontrollierte Zuwanderung“. An anderer Stelle unterstellt er der Kanzlerin, sich für Fragen der Sicherheit nicht interessiert zu haben. „Die Paladine folgten ihr“, schreibt er. „Wer immer es damals auch nur wagte, auf Sicherheitsprobleme hinzuweisen, musste mit erbitterter Kritik und sogar heftigen Beleidigungen rechnen“, schreibt er und ignoriert dabei, dass die Sicherheitsfrage im Zuge des Flüchtlingszuzugs eine der vorherrschenden Debatten dieser Zeit war. Meining belegt seine These nicht.

Im Video: Weltweite Flüchtlingszahlen zeigen: Die eigentliche Krise findet woanders statt

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Fakt & Fake: Wahrheiten der Woche mit Josef Seitz - Prüffall AfD: Warum es so gut ist, dass es keinen gefühlten Rechtsstaat gibt

Fakt & Fake: Wahrheiten der Woche mit Josef Seitz: Prüffall AfD: Warum es so gut ist, dass es keinen gefühlten Rechtsstaat gibt

Hat sich der Verfassungsschutz instrumentalisieren lassen, um die so genannte Alternative für Deutschland in den Landtagswahlkämpfen zu beschädigen? Das Verwaltungsgericht Köln zieht die Notbremse. Den „Prüffall“ AfD dürfen die Verfassungsschützer nicht öffentlich machen. Und diese Klarheit ist gut so – ganz egal, wer sich wann wie worüber freut.

Rechtsstaat ist etwas Schönes.  Gerade in Zeiten wie diesen. Wie diese Zeiten sind? Wir haben begonnen, zu fühlen, statt zu denken. Eingeschlichen hat sich dieses Phänomen schon früh. Es begann in den Wetterberichten. Da war plötzlich nicht mehr einfach von Temperatur die Rede, nicht von Kälte oder Wärme, sondern von „gefühlten Temperaturen“. Fühlen hat die Fakten verdrängt. Am Anfang war das Wetter. Inzwischen hat sich der Hang zur Irrationalität in alle Bereiche eingeschlichen. Längst fühlen wir Entscheidungsprozesse, auch die politischen. Auch dort, wo Denken nötig ist.

Verwaltungsgericht Köln gab der AfD Recht - die endgültige Entscheidung steht noch aus

Rechtsstaat ist etwas Wichtiges. Er widersetzt sich dieser Gefühligkeit. Er schafft Klarheit, und das ganz unabhängig davon, wer sich wie fühlt, wer sich worüber freut und wer sich über was ärgert. Nehmen wir den Fall der Woche. Das Bundesamt für Verfassungsschutz darf die AfD nicht länger öffentlich als „Prüffall“ bezeichnen. In einem Eilantrag hatte sich die Partei dagegen zur Wehr gesetzt, da dieses Öffentlichmachen „die Ausübung der parteilichen Tätigkeit“ erschwere. Die AfD hatte es eilig, klar, in einem Jahr der wichtigen Landtagswahlkämpfe. Das Verwaltungsgericht Köln gab der Partei Recht – zumindest im Eilantrag. Das Verfahren in der Hauptsache steht noch aus. Damit löst das Verwaltungsgericht mit seiner rationalen und auf 22 Seiten erklärten Entscheidung sehr spannende Gefühligkeiten aus. Es freut sich die AfD, die sonst eher die Neigung hat, sich vom Rechtsstaat verfolgt zu fühlen. Die Entscheidung tut denen weh, die sich sonst so gerne „im Kampf gegen die Rechten“ auf der Seite der Rechtsstaatlichkeit sehen.

Über den Autor - Josef Seitz

Politik ist viel mehr als das, was Politiker sagen. Davon ist Josef Seitz überzeugt. Er hat eine Regionalzeitung geleitet und ein Medien-Fachmagazin, war in der Chefredaktion einiger der großen Fernsehzeitschriften, Ressortleiter und Textchef beim Nachrichtenmagazin FOCUS. Für FOCUS Online begeistert er sich für das, was Politik auch sein kann: ein Thema, das alle angeht.

Klarheit ist etwas Entscheidendes. Tatsächlich hatte der Bundesverfassungsschutz den Eindruck hinterlassen, unter seiner neuen Führung nun ganz besonders demonstrativ gegen die AfD vorgehen zu wollen – und damit den „Prüffall“ öffentlich gemacht. Es ist gut, dass das Gericht da eine Grenze gezogen hat. Mit einer Instrumentalisierung der Verfassungsschützer ist niemandem gedient. Genauso gut wird es sein, wenn eben dieser Rechtsstaat sich auch die Parteienfinanzierung sehr genau ansehen wird. Die meisten Spenden erhält traditionell in Deutschland die Union. 41,6 Millionen Euro Spenden und Beiträge von Mandatsträgern gab es 2016 für die CDU. 10,2 Millionen Euro waren es für die CSU. Bei der AfD kamen nur 6,4 Millionen Euro an. Trotz der geringeren Spendeneinnahmen hat die AfD aktuell mit Abstand den größten Ärger mit ihren Spendern.

Auch da wird es letztlich um die Klarheit der rationalen Rechtsstaatlichkeit gehen. Falls die AfD sich tatsächlich illegal bereichert hat, falls die AfD tatsächlich in mehreren Fällen dem Bundestag nur eine Liste mit Strohleuten geschickt hat, um illegale Parteispenden zu legalisieren, falls sich die AfD schlimmer bereichert als die so oft attackierten so genannten „Altparteien“: Dann wird es höchste Zeit sein, auch in diesem Fall die Klarheit und Rationalität des Rechtsstaates zu zeigen. Ganz unabhängig davon, wer sich dann wie fühlt.

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Fall Oury Jalloh - CDU, SPD und Grüne machen gemeinsame Sache mit der AfD

Fall Oury Jalloh: CDU, SPD und Grüne machen gemeinsame Sache mit der AfD

Der Landtag in Sachsen-Anhalt hat einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss zum Feuertod des Asylbewerbers Oury Jalloh abgelehnt. Der Antrag der oppositionellen Linken fand am Donnerstag nicht die nötige Mehrheit. Die Koalitionsfraktionen von CDU, SPD und Grünen enthielten sich, die AfD stimmte dagegen. Die Koalition will erst die Untersuchungsergebnisse zweier unabhängiger Experten abwarten.

Aus Sicht der Linken ist der U-Ausschuss nötig, weil die schwarz-rot-grüne Koalition die Aufklärung in dem Fall immer weiter verzögere. Der Landtag hatte zwei juristische Experten mit der Prüfung der Ermittlungsakten in dem Fall beauftragt. Der Beginn dieser Arbeit werde mit fadenscheinigen Gründen immer weiter aufgeschoben, kritisierte Linken-Innenexpertin Henriette Quade.

Auch SPD und Grüne forderten einen schnellen Beginn der Arbeit der Experten. Grünen-Innenexperte Sebastian Striegel betonte aber: "Die Frage nach einem U-Ausschuss stellt sich zum derzeitigen Zeitpunkt nicht." Erst müssten die Experten ihre Prüfung durchführen.

Der Asylbewerber Oury Jalloh war vor 14 Jahren bei einem Feuer in einer Gefängniszelle in Dessau gestorben. Die genauen Umstände konnten auch in zwei Gerichtsprozessen nicht geklärt werden. Die Generalstaatsanwaltschaft hatte im November 2018 die Einstellung der Ermittlungen bestätigt, weil keine Aufklärung mehr zu erwarten sei.

Die Anwältin der Familie Jallohs stellte einen Antrag auf Klageerzwingung beim Oberlandesgericht. Der Rechtsausschuss hatte beschlossen, dass die externen Experten erst nach der Entscheidung darüber tätig werden sollen. Striegel geht davon aus, dass die Experten dann rund sechs Monate für die Prüfung der Akten brauchen.

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Kurz vor Parlamentswahl - Israels Premier Netanjahu wird wegen Korruption angeklagt

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Bestechlichkeit und Korruption: Wenige Wochen vor den Parlamentswahlen hat die israelische Staatsanwaltschaft Anklage gegen Premierminister Benjamin Netanjahu erhoben. Für den rechtskonservativen Regierungschef wird es jetzt eng.

Israels Generalstaatsanwalt wird Anklage gegen Regierungschef Benjamin Netanjahu wegen Korruptionsvorwürfen erheben. Avichai Mandelblit habe Netanjahu dies mitgeteilt, berichteten israelische Medien am Donnerstag übereinstimmend. Nach juristischer Praxis in Israel muss zuvor jedoch noch eine Anhörung Netanjahus erfolgen.

Die Staatsanwaltschaft erhebt in drei Punkten Anklage gegen Netanjahu:

  • Der Telekommunikationsfirma Besek soll er Vorteile bei der Regulierung gewährt haben, damit die vom selben Chef geführte Nachrichten-Website „Walla“ positiv über ihn berichtet.
  • Außerdem soll sich Netanjahu um eine geheime Absprache mit der israelischen Zeitung „Jediot Ahronot£ bemüht haben. Dabei soll er ein Gesetz, das die Verbreitung eines Konkurrenten der Zeitung eingedämmt hätte, im Gegenzug für positive Berichterstattung angeboten haben.
  • Im dritten Fall geht es darum, dass Netanjahu und seine Angehörigen von reichen Persönlichkeiten Luxusgeschenke für finanzielle und persönliche Gefallen erhalten haben sollen.

Netanjahus Lager wollte zuvor verhindern, dass die Anklagepunkte öffentlich gemacht werden. Im April finden in Israel Parlamentswahlen statt.

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cvh/flr/mit dpa
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