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Thursday, August 31, 2017

Was könnte Kim als nächstes tun? - Einfache Lösungen sind im Konflikt mit Nordkorea nicht in Sicht

Was könnte Kim als nächstes tun?: Einfache Lösungen sind im Konflikt mit Nordkorea nicht in Sicht
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Nichts hat Nordkorea bislang von seinem Kurs abbringen können. Pjöngjang setzt sich über alle Proteste der internationalen Gemeinschaft hinweg, feuert weiter Raketen ab und übt sich in Kriegsrhetorik. Südkorea und die USA halten derweil ihr jährliches Großmanöver ab und lassen zusätzlich Kampfjets aufsteigen. Eine rasche Lösung der Krise ist nicht in Sicht.

Was könnte Nordkorea als nächstes tun?

Nordkoreas Führer Kim Jong Un will weitere Raketen über den Pazifik abfeuern lassen - und es gibt wenig Gründe, an Kims Ankündigung zu zweifeln. Es zählt seit Jahren zu den Grundkonstanten nordkoreanischer Rüstungspolitik, die Vorgaben der internationalen Gemeinschaft zu ignorieren. 

Nordkorea-Experten erwarten eine weitere Eskalation: Das Land könnte demnächst mehrere Raketen gleichzeitig über japanisches Territorium hinweg abfeuern. Denkbar wäre auch der Start einer Rakete, deren Flugweite an jene 3400 Kilometer heranreicht, die zwischen Nordkorea und der US-Insel Guam im Pazifik liegen, auf der tausende US-Soldaten stationiert sind.

Analysten registrierten aber auch, dass die Flugbahn der am Dienstag getesteten Rakete offenbar bewusst jede Annäherung an Guam vermied. Und Nordkoreas Staatsagentur KCNA erklärte beschwichtigend: "Die Übung hat keine Auswirkung auf die Sicherheit benachbarter Länder." Nordkoreas Eskalationsbereitschaft kennt derzeit also offenbar Grenzen.

Wie realistisch ist eine militärische Intervention der USA?

Experten halten ein solches Szenario derzeit für unwahrscheinlich. Die US-Regierung schließt eine Intervention allerdings nicht grundsätzlich aus, und Präsident Trump drohte den Nordkoreanern bereits "Feuer und Wut" an. Die USA haben in Südkorea 28.500 Soldaten stationiert, und seit Jahrzehnten üben sie mit Südkorea eine kriegerische Auseinandersetzung mit dem Norden.

Theoretisch denkbar wären etwa gezielte Angriffe auf Nordkoreas Atomeinrichtungen oder so genannte Enthauptungsschläge - also Angriffe, die Kim und andere nordkoreanische Anführer töten sollen.

Ein Angriff brächte allerdings schwer kalkulierbare Risiken mit sich. Die Nordkoreaner sind Meister im Tunnelbau - ihr Atomwaffenarsenal und viele konventionelle Waffen dürften unterirdisch gelagert sein. Es ist unwahrscheinlich, dass ein einziger US-Angriff alle Atomwaffen Nordkoreas außer Gefecht setzen könnte.

Nordkorea würde also zurückschlagen, auch ohne den Einsatz einer Atomwaffe könnten die Folgen verheerend sein. Die südkoreanische Zehn-Millionen-Metropole Seoul liegt nur 55 Kilometer von der Grenze - und damit in Reichweite nordkoreanischer Artillerie.

Im Video: Nach Raketen-Test: US-Langstreckenbomber fliegen Manöver nahe Nordkorea

Machen weitere Sanktionen Sinn?

Erst im August hat der UN-Sicherheitsrat neue Sanktionen verhängt - es war die siebte und bislang schärfste Sanktionsrunde. Die Strafmaßnahmen sollen Nordkoreas Exporte blockieren und dem Land so die Einnahmen entziehen. Auch China, Nordkoreas einziger Verbündeter, stimmte für die Sanktionen. Ihre Schlagkraft wird aber davon abhängen, ob China sie wirklich umsetzt oder Nordkoreas Handel weiter duldet.

Die USA setzen gemeinsam mit Japan auch auf eigene Strafmaßnahmen: Vergangene Woche verhängten sie Sanktionen gegen 16 Unternehmen und Einzelpersonen in China und Russland, die Nordkoreas Raketenprogramm unterstützen sollen.

China und Russland schlagen vor, dass Nordkorea seine Waffentests aussetzt und dass die USA im Gegenzug ihre Militärmanöver mit Südkorea auf Eis legen. Die USA lehnen dies ab, weil sie den Eindruck vermeiden wollen, dass sie sich Zugeständnisse von Nordkorea abpressen lassen.

Und wie sieht es mit diplomatischen Gesprächen aus?

Direkte Verhandlungen sind derzeit nicht in Sicht. Die Sechs-Länder-Gespräche mit Nordkorea sind seit 2009 ausgesetzt, seither hat das Land fünf Atomwaffen und zahlreiche Raketen getestet. Gesprächsbereitschaft ist in Pjöngjang derzeit nicht zu erkennen.

Experten vermuten, dass das Land sich erst dann an den Verhandungstisch setzen wird, wenn es eine Interkontinentalrakete hat, die Atomsprengköpfe bis in die USA bringen könnte. Nordkorea könnte dann aus einer Position der Stärke heraus in die Gespräche gehen. Die USA wollen ein solches Szenario aber auf jeden Fall verhindern.

Im Video: „Reden ist keine Antwort“: Trump reißt wegen Korea-Konflikt der Geduldsfaden

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