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Friday, November 30, 2018

Beliebtheit steigt - Überlebte den Krebs: Wie ein US-Arzt Menthol-Zigaretten den Krieg erklärt hat

Beliebtheit steigt: Überlebte den Krebs: Wie ein US-Arzt Menthol-Zigaretten den Krieg erklärt hat
Der Kampf gegen das Rauchen ist für den Leiter der US-amerikanischen Regulierungsbehörde "Food and Drug Administration" (FDA), Scott Gottlieb, nach eigenem Bekunden ein zutiefst persönlicher Kampf.

Er hat selbst als Arzt gearbeitet und eine Krebserkrankung überstanden. Aus nächster Nähe hat er die Auswirkungen gesehen. Seitdem ist er entschlossen, die Amerikaner vom Tabakkonsum wegzubringen. Am 15. November 2011 kündigte er weithin erwartete Maßnahmen zur Einschränkung des Verkaufs von aromatisierten Vaping-Produkten für E-Zigaretten an. Überraschender war der Vorschlag, Menthol-Zigaretten zu verbieten.

Vorliebe für Menthol-Zigaretten in USA gestiegen

Die Menthol-Zigaretten machen einen Anteil von 35 Prozent an der amerikanischen Tabakindustrie aus. Nur in wenigen Ländern - wie Hongkong, Singapur und Thailand - sind sie ebenso beliebt. Auch wenn die Zahl der Raucher in Amerika in letzter Zeit zurückgegangen ist, so ist die Vorliebe für Menthol-Zigaretten bei den Verbrauchern doch leicht gestiegen. Die FDA hat für ihr Verbot keinen zeitlichen Rahmen festgelegt. Aber die Ankündigung eines Verbots ließ trotzdem die Aktienkurse der großen Tabakunternehmen absacken. Am härtesten traf es "British American Tobacco" (BAT), den zweitgrößten, nichtstaatlichen Produzenten. Zu der Firma gehört auch "R.J. Reynolds", die Newport-Zigaretten produzieren. Das ist Amerikas meistverkaufte Marke im Bereich der Menthol-Zigaretten. Laut der Bank "Wells Fargo" machen Menthol-Zigaretten rund 55 Prozent des Umsatzes von Reynolds aus. Seit die Diskussion über ein mögliches Verbot begann, sind die Aktien von BAT um 20 Prozent gefallen. Kanadas Regierung hat die Sorte "Menthol" im vergangenen Jahr verboten.

Menthol-Zigaretten sind in Amerika besonders bei zwei Rauchergruppen beliebt: bei schwarzen- und bei jungen Rauchern. Laut einer landesweiten Drogenstudie konsumieren über 80 Prozent der afroamerikanischen Raucher Menthol-Zigaretten. Dies ist zurückzuführen auf die Vermarktung durch die Tabakunternehmen. Eine der größten Tabakfirmen, Philip Morris, gab 1953 eine Untersuchung in Auftrag. Diese ergab, dass nur 2 Prozent der weißen Amerikaner "Kools", eine Marke für Menthol-Zigaretten, bevorzugten. Unter den schwarzen Amerikaner waren es 5 Prozent.

Mehr als die Hälfte aller Raucher zwischen 12 und 17 Jahren greift zu

Diesen geringen Unterschied erkannten die Werbeagenturen und machten ihn sich zu Nutze. Der schwarze Baseballspieler Elston Howard wurde zum Werbegesicht von "Kools" gemacht. Der Hit "Papa's got a brand new bag" von James Brown wurde in den späten 1970er Jahren dazu genutzt, um Werbung für "Newports" zu machen. Tabakfirmen finanzierten Veranstaltungen wie das "Kool Jazz Festival".

Etwas mehr als die Hälfte aller Raucher zwischen 12 und 17 Jahren greifen zu Menthol-Zigaretten. Zum Vergleich: bei den über 35-Jährigen sind es weniger als ein Drittel. Für junge Raucher besteht der Reiz darin, dass das Menthol die Fähigkeit hat, den Rauchgeschmack zu überdecken und den Hustenreiz zu mindern, der bei neuen Rauchern oft auftritt. Frühere Untersuchungen der Regulierungsbehörde haben gezeigt, dass die Konsumenten von Menthol-Zigaretten anscheinend eine stärkere Abhängigkeit haben und es unwahrscheinlicher ist, dass sie mit dem Rauchen aufhören. Obwohl die Untersuchungen kaum Hinweise darauf ergaben, ob Menthol-Zigaretten schädlicher oder nicht so schädlich sind wie andere Zigaretten.

Die Vorschläge der Behörde würden ein unverzügliches Aufbäumen der Branche zur Folge haben, schätzt Dennis Henigan von der Offensive "Tobacco-Free Kids" in Washington, DC. Er geht davon aus, dass die Tabakunternehmen bestreiten würden, dass Menthol-Zigaretten ein besonderes Risiko für die Gesundheit der Bevölkerung darstellen würden.

Analysten sind skeptisch, ob das Verbot in naher Zukunft kommen werde

BAT argumentiert, dass "die heutige Wissenschaft nicht den Schluss zulässt, dass man anders mit ihnen verfährt, als mit anderen Zigaretten". Die Tabakfirmen könnten auch argumentieren, dass ein Verbot dazu führen würde, dass die illegalen Verkäufe in die Höhe schnellen würden. Das Gegenargument wäre, dass es weit hergeholt sei zu glauben, dass der illegale Handel so umfangreich sei, dass er die Vorteile für die Gesundheit der Bevölkerung überschatten würde. Es wäre schwierig, so eine große Menge von Menthol-Zigaretten illegal herzustellen, ohne erwischt zu werden.

Die Analysten sind jedoch skeptisch, ob das Verbot in naher Zukunft kommen werde. Viele meinen, die Argumente der Tabakfirmen seien überzeugend. Der Umfang ihrer rechtlichen Gegenmaßnahmen könnte ein Verbot verhindern. Solch ein Schritt würde viel weiter reichen als die bisherigen Bemühungen, die Amerikaner vom Rauchen abzuhalten. Auf Zigarettenpäckchen stehen schriftliche Warnhinweise, die auf die Gefahren des Rauchens aufmerksam machen. Aber ein Gesetz aus dem Jahr 2009, wonach auf den Päckchen auch grafische Warnhinweise abgebildet werden sollen, wurde bislang noch nicht umgesetzt.

Wird der Druck auf die Tabak-Industrie gelockert?

Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass der Druck auf die Tabakunternehmen wieder gelockert wird. Gottlieb will die erlaubte Nikotinmenge in Zigaretten auf ein nicht süchtig machendes Level reduzieren. Die großen Unternehmen wollen in Zukunft mehr auf neue Produkte wie "IQOS" setzen. Das Gerät erzeugt keinen Rauch, weil es mit "Hitze-statt-Verbrennung" funktioniert. Hergestellt wird es von "Philip Morris International". Allerdings ist es bislang noch nicht für den Verkauf in Amerika zugelassen. Das Unternehmen hofft darauf, dass "IQOS" das erste Tabak-Erzeugnis sein wird, für das die FDA die Erlaubnis erteilt, damit Werbung zu machen, dass es weniger schädlich ist als Zigaretten. Wenn jedoch durch solche Neuerungen die Zahl der jungen Raucher nicht zurückgehen sollte, hat Gottlieb bereits deutlich klar gemacht, dass er nicht zögern werde, offensivere Maßnahmen in Angriff zu nehmen.

Dieser Artikel erschien zuerst beim Economist und wurde von Patrick Steinke aus dem Englischen übersetzt.

Dieser Beitrag wird bereitgestellt von: Economist. Eine redaktionelle Prüfung durch FOCUS Online hat nicht stattgefunden.

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