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Thursday, January 3, 2019

Wie sieht der Alltag in Deutschlands Gerichtssälen wirklich aus? - 22-Jähriger klaut in München Laptop und Handy: 13 Monate Haft ohne Bewährung!

Wie sieht der Alltag in Deutschlands Gerichtssälen wirklich aus? : 22-Jähriger klaut in München Laptop und Handy: 13 Monate Haft ohne Bewährung!

In seinem Gerichtsreport berichtet FOCUS Online für Sie über die kleinen Ärgernisse und großen Dramen in Deutschlands Gerichtssälen, über chaotische Zustände und vielversprechende Entwicklungen in der Justiz. Weil zum ganzen Bild nicht nur die großen Geschichten, sondern auch die kleinen Schlaglichter gehören, versorgen unsere Reporter Sie hier mit Szenen aus dem Alltag.

  • 2019 recherchieren unsere Reporter Göran Schattauer und Ralph Große-Bley vor und hinter den Kulissen der deutschen Justiz.
  • Hier lesen Sie, was die Journalisten in den Amts-, Land-, Sozial- und Verwaltungsgerichten beobachten.

Laptop-Dieb bekommt 13 Monate Haft - ohne Bewährung!

Mittwoch, 3. Januar 2019, 9.00 Uhr: Für so manchen Zeitgenossen mag der Diebstahl eines tragbaren Computers und eines Mobiltelefons eine kleine Sache sein, kaum der Rede wert, fast schon eine Bagatelle. Nicht so für das Amtsgericht München: Eine resolute Richterin verurteilte einen jungen, einschlägig vorbestraften Mann genau für diese Delikte zu einer Freiheitsstrafe von 13 Monaten ohne Bewährung! Und das, obwohl die Opfer ihre Sachen im Gesamtwert von 1200 Euro zurückbekommen haben und der Mann die Taten gestanden hatte.

Der 22-Jährige nahm die Knallhart-Entscheidung ohne Murren an und wurde direkt aus dem Gerichtssaal in die Justizvollzugsanstalt (JVA) Stadelheim gebracht. Damit dürfte der Traum von Gavriil S., ein glückliches Leben in Deutschland zu verbringen, endgültig geplatzt sein - denn ihm droht nun auch die Abschiebung in seine Heimat.

Vor drei Jahren war der gelernte Computerprogrammierer aus Griechenland nach Deutschland gekommen, fand aber keine Arbeit. Er beging Diebstähle, stand zweimal vor Gericht. Im Sommer 2018 stieg er in Jugendherbergen ein und klaute ein Laptop, ein iPhone sowie 40 US-Dollar Bargeld. Jetzt reichte es dem Gericht. Die Richterin: "Ich hoffe, dass wir uns hier nicht mehr wiedersehen."

Ein Blick hinter die Kulissen der Berliner Justiz

Mittwoch, 2. Januar 2019, 11.02 Uhr: Der Putzmann dröhnt mit der Bohnermaschine durch die Flure, in den Zimmern überbrüllt der eine Staatsanwalt den Lärm, damit ihn der Zeuge bei der Vernehmung versteht, während der andere Kollege entnervt zusammenpackt - die Computer sind mal wieder down: Willkommen im Kriminalgericht Moabit, Sitz der Berliner Staatsanwaltschaft.

Oberstaatsanwalt Ralph Knispel gestattet uns einen Blick hinter die Kulissen.

GERICHTSREPORT: EIN JAHR IN DEUTSCHLANDS GERICHTEN

Wie sieht der Alltag in Deutschlands Justiz wirklich aus? Was läuft nicht rund? Wie geht es besser? FOCUS Online ist das ganze Jahr 2019 in Gerichten unterwegs: Dort, wo normale Menschen um ihr Recht kämpfen. Dort, wo spektakuläre Prozesse laufen. Dort, wo Deutschland sein Versprechen einlösen muss, ein Rechtsstaat zu sein, dem die Menschen vertrauen können. Unsere Reporter sprechen mit Richtern, Staatsanwälten, Angeklagten, Opfern und Zeugen.

Schildern auch Sie uns Ihre Erfahrungen mit der Justiz, schreiben Sie uns, was Sie im Umgang im Staatsanwälten oder Richtern erlebt haben. Vielleicht entsteht daraus sogar eine Geschichte. Mailen Sie uns einfach an: mein-fall@focus.de.

Hier finden Sie alle Artikel des Gerichtsreports.

 

45 Prozent der Deutschen misstrauen der Justiz

Dienstag, 1. Januar 2019, 13.29 Uhr: Die Redaktion hatte geahnt, dass einige Deutsche der Justiz nicht vertrauen. Die Ergebnisse der repräsentativen Civey-Umfrage für FOCUS Online hat unsere Befürchtungen übertroffen: Nur noch knapp 41 Prozent aller Deutschen haben großes oder sehr großes Vertrauen in die Justiz. 45 Prozent dagegen wenig oder sehr wenig.  Das ist fatal für einen Rechtsstaat.

Wer hat da was verbockt? Eine einfache Antwort gibt es nicht - zumal nicht nur tatsächlich vorhandene Missstände wie Personalmangel in der Justiz eine Rolle spielen, sondern Gefühle. So sagen uns Experten, dass das Versagen der Polizei an Silvester 2015 in Köln das Vertrauen der Menschen in den Rechtsstaat geschwächt habe.

In erster Linie hat bei den Übergriffen auf Frauen auf der Domplatte aber nicht die Justiz versagt, die mangels Beweisen nur wenige Täter verurteilen konnte. Sondern erst einmal die Exekutive, also die Polizei. Und die Politik, die die Ressourcen verteilt.

Christian Friehoff, Chef des Richterbundes in Nordrhein-Westfalen, versteht solche Umfrageergebnisse als Warnung. Aber auch als Chance.Seine Logik: Wenn die Menschen die Zustände aufregen, dann heißt das, dass sie sich damit auseinandersetzen - und sich das wünschen, was Deutschland laut Grundgesetz ausmachen soll: Rechtsstaatlichkeit.

Ist Deutschlands Justiz weltklasse oder marode?

Dienstag, 1. Januar 2019, 9.45 Uhr: Laut dem "World Justice Report" der Jahre 2017 und 2018 ist Deutschlands Justiz so gut wie kaum eine andere auf der Welt. In der Studie landet die Bundesrepublik im globalen Ranking auf Platz sechs. Der Chef des Deutschen Richterbundes Jens Gnisa schrieb dagegen in seinem 2017 veröffentlichten Buch „Das Ende der Gerechtigkeit“: „Der Rechtsstaat bröckelt.“

Ja, was denn nun?

Das heißt nichts anderes, als dass Deutschlands Justiz gut ist - aber nicht mehr lange, wenn der Rechtsstaat nicht bald Gas gibt. Wenn er nicht seine Justiz so ausstattet, dass künftig keine Straftäter freikommen, weil die Gerichte so überlastet sind und die Taten verfährt.

Im Video: Augenzeuge filmt Auto-Attacke in Bottrop

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