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Friday, September 1, 2017

Alarmierender Bericht - Abrüstungsabkommen mit Russland in Gefahr: Nato erwägt nukleare Aufrüstung

Alarmierender Bericht: Abrüstungsabkommen mit Russland in Gefahr: Nato erwägt nukleare Aufrüstung
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Es war der 8. Dezember 1987, als der damalige sowjetische Generalsekretär Michail Gorbatschow und US-Präsident Ronald Reagan den sogenannten INF-Vertrag unterzeichneten. Das geschlossene Abkommen verbietet den Vertragspartnern unter anderem den Bau und den Besitz von landgestützten Nuklearraketen mit einer Reichweite von 500 bis 5500 Kilometern.

Mit dem Vertrag wurde erstmals eine ganze Waffenkategorie verboten. In nicht einmal drei Jahren wurden fast 3000 Raketen verschrottet, der weitaus größte Teil waren Waffen aus der Sowjetunion. Der Vertrag gilt bis heute als Meilenstein der atomaren Abrüstung.

Bereits 2008 erhielten die US-Geheimdienste jedoch Hinweise, dass sich Russland nicht an das Abkommen hält. Russland habe einen neuen bodengestützten Marschflugkörper entwickelt, getestet und später auch stationiert.

2011 erhärteten sich die Vorwürfe, 2014 schrieb der damalige US-Präsident Barack Obama einen Brief an den russischen Präsidenten Wladimir Putin. Er bot ihm Verhandlungen an, eine neue Spirale der Aufrüstung müsse verhindert werden. Das daraufhin tagende Special Verifications Committee sollte den Streit schlichten – doch ohne Erfolg. Es wurden gegenseitige Vorwürfe ausgetauscht. Russland warf seinerseits den USA vor, gegen den INF-Vertrag zu verstoßen.

Geheimes Papier listet Optionen auf

Jetzt droht der Streit offenbar zu eskalieren. Einem Bericht von NDR, WDR und „Süddeutscher Zeitung“ zufolge denke die Nato darüber nach, wie auf einen Verstoß Russlands gegen das Abkommen über die nuklearen Mittelstreckenraketen reagiert werden könne. Nach Informationen des Rechercheverbunds wurde im Bündnis dazu ein als geheim eingestuftes Papier an die Mitgliedstaaten übermittelt. Es soll insgesamt 39 Optionen auflisten.

Dort gebe es beispielsweise Empfehlungen, mehr Frühwarnsysteme zu installieren, die U-Boot-Abwehr zu verstärken und B-2- und B-52-Bomber häufiger in Europa einzusetzen. Außerdem sei von der Möglichkeit die Rede, die nukleare Abschreckung der Nato auszubauen, berichten die Medien – eine beängstigende Option.

Gefahren durch nukleare Aufrüstung

„Im Rahmen der aktuellen Eskalation der Beziehungen ist es vor allem ein Problem, dass die Intransparenz auf russischer Seite mit Blick auf die Übungen und Stationierungen von Waffen zunimmt“, sagt Stefan Meister, Experte für die russische Außen- und Sicherheitspolitik bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, zu FOCUS Online. Es sei schwer, die Vorwürfe gegen Russland final zu bestätigen. Einen Beweis haben die USA bislang nicht vorgelegt. Der Experte hält den Verstoß Russlands gegen das Abkommen aber für sehr wahrscheinlich.

Doch wie realistisch ist es, dass die Nato tatsächlich eine nukleare Aufrüstung als Gegenmaßnahme erwägt? „Die USA sind bereits dabei, ihre Atomwaffen zu modernisieren, die Briten und Franzosen ebenfalls“, sagt der Sicherheitspolitik-Experte. Inwieweit es neben einer Aufrüstung tatsächlich auch zu einer Stationierung von Atomwaffen in Europa kommt, sei noch nicht entschieden. „Aber es wird modernisiert und Atomwaffen gewinnen auf beiden Seiten wieder an Bedeutung.“ Ein Unterlaufen des Abrüstungsabkommens und der Kontrollregime wertet der Experte als „problematisch“.

Im Video: Geheimpapier an alle Mitgliedsstaaten: Nato erwägt nukleare Aufrüstung

Eine Verschärfung der Situation sieht auch Oliver Meier, stellvertretender Forschungsgruppenleiter „Sicherheitspolitik“ bei der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin. Doch durch die Stationierung landgestützter Marschflugkörper würde keine grundsätzlich neue Bedrohungslage entstehen. „Während des Kalten Krieges musste man nach der Stationierung der SS-20 mit einer neuartigen Bedrohung umgehen. Heute ist Europa bereits seit Jahren in der Reichweite von russischen nuklearfähigen Marschflugkörpern, die auf Schiffen und Flugzeugen stationiert sind“, sagt Meier zu FOCUS Online.

Nato-Sprecher bestätigte Gespräche über mögliche sicherheitspolitische Folgen

Ein Nato-Sprecher wollte in der Nacht zum Freitag weder die Existenz der Papiere bestätigen, noch sagen, wer es erstellt haben könnte. Er bestätigte lediglich, dass es innerhalb des Bündnisses bereits formelle Gespräche über die Einhaltung des INF-Vertrages und mögliche sicherheitspolitische Folgen für die Nato gegeben habe.

Ob die Vorwürfe gegen Russland, sich nicht an das Abkommen zu halten, von allen anderen 28 Bündnispartnern unterstützt werden, ist unklar. Der Nato-Sprecher verwies in Hinblick auf diese Frage auf die jeweiligen Hauptstädte. Dies deutet darauf hin, dass es bislang keinen klaren Nato-Kurs zu dem Thema geben könnte. Auch eine Reaktion des Bündnisses auf mögliche Verstöße gegen das Abkommen würde eine Konsensentscheidung verlangen.

„Situation mit Russland nicht weiter eskalieren“

Eine solche Konsensentscheidung hält auch Sicherheitspolitik-Experte Stefan Meister für unwahrscheinlich. „Einige Mitgliedsstaaten würden bei einer Aufrüstung nicht mitmachen, dazu gehört auch Deutschland“, sagt Meister. „Deutschland möchte die Situation mit Russland nicht noch weiter eskalieren.“

Dass die Allianz reagieren muss, wenn sich die Vorwürfe als richtig herausstellen, steht nach Ansicht von Oliver Meier von der Stiftung Wissenschaft und Politik jedoch außer Frage. „Eine Schnittmenge zwischen den Interessen der Nato-Mitglieder zu finden, wird eine große Herausforderung sein.“ Eine Überarbeitung des INF-Vertrags wäre jetzt wünschenswert: „Der Vertrag ist vor 30 Jahren geschlossen worden. Seitdem haben sich die Technologien weiterentwickelt.“ Welche Fähigkeiten beispielsweise bewaffnete Drohnen haben, sei damals noch gar nicht abzuschätzen gewesen. Nur wenn Kompromisse gefunden werden, könne Russland wieder ins Boot geholt werden.

Im Video: Jubel-Reportagen des russischen Staats-TV zeigen, wie Putin wirklich zu Kim steht

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TV-Duell am Sonntag - Schulz gegen Merkel - das sind die möglichen Themen im TV-Duell

Termin am kommenden Sonntag : Schulz gegen Merkel - das sind die möglichen Themen im TV-Duell
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Große thematische Überraschungen sind beim TV-Duell zwischen CDU-Chefin Angela Merkel und dem SPD-Vorsitzenden Martin Schulz an diesem Sonntag nicht zu erwarten. Ein Überblick zu den voraussichtlich wichtigsten Themen und Positionen.

Soziale Gerechtigkeit: Hier erhofft sich Schulz am meisten

Hier dürfte der Herausforderer hoffen, am meisten punkten zu können. Merkel weiß: Bei Sozialthemen kann sie gegen den Sozialdemokraten traditionell kaum gewinnen. Es gilt für sie, sich wenigstens keine Blöße zu geben. Schulz wirft Merkel vor, sie interessiere sich nicht für die Sorgen der "kleinen Leute".

Bildung

Schulz will die Schulpolitik umkrempeln - und mit Milliardenschecks die zuständigen Länder für eine "nationale Bildungsallianz" gewinnen. Die strikte Trennung der Kompetenzen von Ländern und Bund bei der Bildung war 2006 von Union und SPD in die Verfassung geschrieben worden. 2014 und 2017 wurde das Verbot von der großen Koalition gelockert, damit der Bund mehr Geld für Hochschulen und zur Sanierung maroder Schulgebäude an die Länder geben kann.

Arbeitsmarkt

Im Themenfeld "Gerechtigkeit" dürfte es neben der klassischen Sozialpolitik auch um den Arbeitsmarkt gehen. Beim aktuellen Thema Air-Berlin-Rettung, wo es um Tausende Arbeitsplätze geht, gibt es zwischen Union und SPD kaum Reibungspunkte. Merkel könnte versuchen, Schulz' punktuelles Abrücken von Schröders Reformagenda-2010 aufzuspießen, um so auch vor Rot-Rot-Grün zu warnen.

Rente

Schulz hält Merkel Versagen in der Rentenpolitik vor. Dies werde dazu führen, dass die Renten sinken und die Beiträge steigen. Das sei "Altersarmut auf Programm", warnt er. Die Union entgegnet, mit der Rentenreform der großen Koalition von 2007 seien Rentenniveaus und -beiträge bis 2030 geklärt.

Abgehobenheit

Schulz hat den Ton gegenüber der Kanzlerin am Wochenende verschärft, sie persönlich attackiert und ihr Abgehobenheit vorgehalten. Indem sie mit Flugzeugen und Hubschraubern der Flugbereitschaft der Regierung günstig unterwegs sei, mache sie Wahlkampf auf Kosten der Steuerzahler. Merkel konterte, die Bezahlung der Flüge sei rechtlich geregelt. Sie sei schließlich immer im Dienst.

Im Video: Experte prophezeit: Das TV-Duell ist für Schulz „nochmal eine große Chance“

Abgasaffäre, Maut

Beim Streit über die Zukunft des Dieselmotors gibt es eigentlich nicht viele Knackpunkte zwischen Schulz und Merkel. Beide betonen, der Diesel werde noch lange gebraucht. Schulz hat aber angekündigt, er werde die umstrittene und von seiner Partei mitgetragene Pkw-Maut rückgängig machen, wenn er Kanzler werde. Merkel bekennt sich dagegen zu dem von ihr ursprünglich auch abgelehnten, aber von der CSU durchgesetzten Maut-Projekt.

Außenpolitik/Türkei

Dass Schulz Merkel einen zu laschen Umgang mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan vorwerfen wird, gilt als ausgemacht. Er fordert im Konflikt um die in der Türkei inhaftierten Deutschen ein Ultimatum. Wenn Erdogan die Gefangenen nicht unverzüglich freilasse, müsse die EU die Verhandlungen über eine Ausweitung der Zollunion abbrechen.

Merkel hält von Ultimaten grundsätzlich nichts, weil sie Verhandlungen nur schwerer machen. Sie hat Schulz aber inhaltlich schon den Wind aus den Segeln genommen, als sie ankündigte, Berlin werde die Verhandlungen über eine Ausweitung der Zollunion blockieren.

Flüchtlinge und Migranten

Schulz könnte Merkel vorhalten, dass sie von ihrer Willkommenspolitik im Jahr 2015 abgerückt sei und nun auf Abschottung setze. Schwierig dürfte für ihn dabei aber sein, dass die SPD in der großen Koalition alle Verschärfungen in der Asyl- und Migrationspolitik als kleiner Regierungspartner mitgetragen hat. Gut möglich, dass der SPD-Chef den Finger in die Unions-Wunde Flüchtlings-Obergrenze legt. Der Streit zwischen Merkel und CSU-Chef Horst Seehofer über eine Obergrenze für Flüchtlinge ist nur bis zu möglichen Koalitionsverhandlungen auf Eis gelegt.

Innere Sicherheit, Terrorismus, Kriminalität

Hier ist es umgekehrt wie beim Thema soziale Gerechtigkeit. Der Union wird traditionell die größere Kompetenz zugeschrieben. Außerdem haben die Sozialdemokraten nach den islamistischen Anschlägen in Deutschland die Verschärfung der Gesetzgebung im Sicherheitsbereich mitgetragen.

Verteidigung/Aufrüstung

 Eines der jüngsten Lieblingsthemen von Schulz und Außenminister Sigmar Gabriel. Gabriel hat Merkel vorgeworfen, sich US-Präsident Donald Trump zu unterwerfen, weil sie das Zwei-Prozent-Ziel für den Verteidigungsetat ins Wahlprogramm hat schreiben lassen. Laut SPD würde das jährlich 30 Milliarden Euro mehr für Rüstung bedeuten.

Die Nato hatte sich 2014 auf die Formulierung verständigt, dass jedes Mitgliedsland die Verteidigungsausgaben bis 2024 in Richtung zwei Prozent erhöhen soll. Damals wurde dies von SPD-Außenminister Frank-Walter Steinmeier mitgetragen.

Abzug der US-Atomwaffen

Ein Dauerthema in Deutschland. 2009 zog schon Frank-Walter Steinmeier damit in den SPD-Wahlkampf, auch FDP-Mann Guido Westerwelle probierte es. Gabriel unterstützt Schulz bei seiner Forderung nach einem Abzug der US-Atomwaffen. Bislang hat aber noch jede Regierung die offiziell gar nicht bestätigte Stationierung von US-Atomwaffen in Deutschland mitgetragen.

Im Video: Bundestagswahl 2017 - Kurz vor TV-Duell: SPD-Berater warnt Martin Schulz vor dem Merkel-Paradoxon

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Bundestagswahl 2017 - Briefwahl beantragen – so geht es

Bundestagswahl 2017: Briefwahl beantragen – so geht es
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Am 24. September ist Bundestagswahl. Wer jetzt schon weiß, dass er am Wahltag verhindert ist, zum Beispiel wegen einer Urlaubsreise, kann per Briefwahl wählen. Das müssen Sie beachten, um rechtzeitig die Unterlagen zu erhalten und Sie rechtzeitig abzuschicken.

Wie bekomme ich die Briefwahlunterlagen?

Dafür gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Sie werden selbst aktiv und beantragen bei der Gemeinde ihres Hauptwohnsitzes Briefwahl. Den Antrag können Sie jetzt bereits stellen. Das geht mittlerweile ohne Angaben von Gründen. Die Beantragung kann formlos sein, muss aber schriftlich oder persönlich erfolgen. Anträge per E-Mail werden angenommen, per Telefon ist eine Beantragung jedoch nicht möglich. Einige Gemeinden wie München bieten auch Onlineformulare an.

Folgende Angaben müssen Sie dafür machen:

  • Familienname,
  • Vorname,
  • Geburtsdatum
  • Wohnanschrift (Straße, Hausnummer, Postleitzahl, Ort)

Es gibt aber noch eine weitere Möglichkeit: Sie warten ab, bis die Wahlbenachrichtigungen verschickt werden. Die Wahlbenachrichtigungskarten erhalten Sie vier bis sechs Wochen vor der Wahl, spätestens jedoch am 21. Tag vor der Wahl, also am Sonntag, dem 03. September.

Auf der Rückseite der Wahlbenachrichtigungskarte ist ein Vordruck, den Sie an die dort genannte Adresse zurücksenden können, um Briefwahlunterlagen zu bekommen. Die zuständige Gemeinde schickt Ihnen die Unterlagen dann. Auf Antrag kann man sie sich aber auch an eine andere Anschrift senden lassen, zum Beispiel an eine Urlaubsadresse. Wer vom Ausland aus wählen möchte, muss allerdings beachten, dass der Brief mit den Wahlunterlagen eventuell länger unterwegs ist als ein Inlandsbrief. Der Bundeswahlleiter empfiehlt die Versendung per Luftpost. Wer aus dem Ausland wählt, muss die Versandkosten übrigens selbst tragen. Im Inland ist der Versand kostenfrei.

Sie können die Briefwahlunterlagen auch direkt bei Ihrer Gemeinde abholen und sie entweder mit nach Hause nehmen oder direkt vor Ort wählen und die Unterlagen dort gleich abgeben.

Bis wann muss ich spätestens Briefwahl beantragen?

Der Bundeswahlleiter empfiehlt, sich zu frühzeitig wie möglich darum zu kümmern. Aber nicht jedem ist das möglich. Bis Freitag vor dem Wahltag (22. September), 18 Uhr, müssen die Wahlscheine für die Briefwahl spätestens beantragt werden.

In besonderen Ausnahmefällen wie plötzlicher Erkrankung kann der Wahlschein noch am Wahlsonntag bis 15 Uhr beantragt werden.

Wann muss ich die Briefwahlunterlagen spätestens verschicken?

Wenn man die Briefwahlunterlagen nicht persönlich abholt, erhält man sie frühestens etwa sechs Wochen vor der Wahl. Dafür, dass die ausgefüllten Briefwahlunterlagen rechtzeitig ankommen, ist der Wähler selbst verantwortlich. Die Wahlunterlagen müssen spätestens am Wahlsonntag, 18 Uhr, vorliegen.

Der Bundeswahlleiter empfiehlt, die Unterlagen spätestens am dritten Werktag vor der Wahl abzuschicken.

Wer diese Frist verpasst, hat noch zwei Möglichkeiten: Er kann die Unterlagen entweder bei der auf dem Umschlag angegebenen Adresse vorbeibringen. Die Unterlagen müssen auf jeden Fall bis zum Wahlsonntag, 18 Uhr, dort abgegeben werden.

Wenn man doch am Wahltag vor Ort ist, aber keine Zeit mehr hat, die Briefwahlunterlagen abzuschicken oder abzugeben, kann man auch ins Wahllokal geben und dort wählen. Dort reicht es in der Regel, die Wahlbenachrichtigungskarte vorzuzeigen. Es wird aber empfohlen, zusätzlich den Personalausweis mitzunehmen, sollte es Unstimmigkeiten geben.

Video: Keine Neuauflage der GroKo - welche Koalition sich die Deutschen wirklich wünschen

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Richtungsweisendes Urteil - Klausel in Bausparverträgen zur Kündigung nach 15 Jahren ist unwirksam

Richtungsweisendes Urteil: Klausel in Bausparverträgen zur Kündigung nach 15 Jahren ist unwirksam
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Eine Vertragsklausel der Bausparkasse Badenia, nach denen sie bestimmte Verträge nach 15 Jahren kündigen kann, ist unwirksam. Das entschied das Landgericht Karlsruhe am Freitag nach einer Klage der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Die Klausel bedeute in ihrer konkreten Formulierung eine unangemessene Benachteiligung der Bausparer, begründete eine Richterin das Urteil. (Az.: 10 O 509/16)

Die Vertragsklausel sollte dem Unternehmen ermöglichen, nach vorheriger Ankündigung einen Bausparvertrag zu kündigen, wenn dieser nach 15 Jahren die Zuteilungsvoraussetzungen nicht erreicht hat oder ein Kunde die Zuteilung des Bauspardarlehens nach 15 Jahren noch nicht angenommen hat.

Die Karlsruher Entscheidung könnte Pilotcharakter haben, denn auf eine ähnliche Klausel setzen auch die Landesbausparkasse (LBS) Südwest und der Verband der Privaten Bausparkassen. Dagegen laufen ebenfalls Klagen von Verbraucherschützern.

Video: Bauspar-Kündigung, Gebühren-Abzocke: So versetzen Sie Ihrer Bank den Knock-Out

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Fietz am Freitag - Startchance im TV-Duell ist ausgeglichen. Doch Schulz schleppt schwere Last mit

Fietz am Freitag: Startchance im TV-Duell ist ausgeglichen. Doch Schulz schleppt schwere Last mit
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Alles entschieden für den 24. September? Sicher nicht. In einem argumentativen Schlagabtausch können Kanzlerin und Kandidat für sich werben. Doch geht Schulz mit mehr Ballast ins TV-Duell als Merkel.

Von dem TV-Duell zwischen Richard Nixon und John F. Kennedy aus dem Jahr 1960, das quasi als Prototyp für diese Form des Wahlkampfs gilt, gibt es eine interessante Erzählung. Danach ging Kennedy bei den Fernsehzuschauern klar als Sieger aus der Debatte hervor, weil er erstens gut gebräunt und entspannt auftrat und es außerdem verstand, durch den direkten Blick in die Kamera mit dem Publikum zu flirten. Nixon dagegen war krank und angeschlagen, schaute immer seinen Kontrahenten an und konnte darum kaum punkten. Bei den Radio-Zuschauern dagegen lag der Republikaner klar vor dem Demokraten. Seither hält sich hartnäckig die These, dass es bei dem Aufeinandertreffen zweier Spitzenkandidaten weniger auf den Inhalt als auf Äußeres ankommt.

Wenn es tatsächlich danach geht, haben Angela Merkel und Martin Schulz bei ihrem einzigen direkten Aufeinandertreffen recht ausgeglichene Startchancen. Denn beide sind keine Charismatiker vom Typ eines Kennedy. Sie sind auch nicht telegen wie Gerhard Schröder oder Karl-Theodor zu Guttenberg, um einmal zwei Deutsche zu nennen, die das Umschmeicheln ihrer Zuschauer vortrefflich beherrschen.

Im Video: Experte prophezeit: Das TV-Duell ist für Schulz „nochmal eine große Chance“

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Kanzlerin und Kanzlerkandidat wirken vor der Kamera eher spröde, um nicht zu sagen langweilig. Sie verfügen nicht über das Talent, Menschen durch Mimik und Gestik oder durch originelle Schlagfertigkeit zu unterhalten. Sie müssen mit ihren Argumenten überzeugen. In der Fähigkeit, zu diskutieren, liegen sie ebenfalls gleichauf. Darüber hinaus ist allerdings auch das Standing als Politiker entscheidend.

Kanzleramt steht gegen Europaparlament

Nimmt man das zum Maßstab, hat Merkel Vorteile. Allein ihre bisherige zwölfjährige Amtszeit, an deren Ende Deutschland gut dasteht, spricht erst einmal für sie. Es gibt auch keine Kanzlerinnen-Müdigkeit in dem Maße, wie sie beispielsweise am Ende der Ära Kohl zu beobachten war. Daran ändern auch die Proteste bei ihren Kundgebungen im Osten der Republik nichts.

Schulz dagegen hat zwar dem Europaparlament während seiner Amtszeit als Präsident zu viel Aufmerksamkeit verholfen. Auf bundespolitischer Bühne aber spielte er bis zu seiner Nominierung keine Rolle, erst recht stand er nie an der Spitze einer Regierung. Nun gibt es vor diesem Hintergrund die These, dass Merkel in dem Duell viel verlieren, während er nur gewinnen könne. Das allerdings macht es für den Herausforderer nicht gerade einfacher. Denn das ist mit einer enormen Erwartungshaltung verbunden.

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"Friendly fire" erschwert Schulz seine Aufgabe

Das TV-Duell wurde nicht zuletzt aus der SPD heraus als Chance für die Trendwende, als Startschuss für eine Aufholjagd stilisiert. Was vordergründig wie Aufmunterung klingt, ist vergiftete Unterstützung. Denn damit schieben einige aus der Parteiführung die Verantwortung für den Wahlausgang allein auf ihren Vorsitzenden. Schafft er die Schubumkehr, was Demoskopen eher bezweifeln, können sie Anteil am Erfolg für sich verbuchen. Schafft er sie nicht, dann steht er allein da, hat er es doch vermasselt und die Chance des Duells nicht nutzen können. Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr.

Ohnehin möchte man nicht in Schulz’ Haut stecken. Sigmar Gabriel konterkariert dessen Wahlkampf, wo er nur kann. Mal redet er davon, dass es keine Neuauflage der großen Koalition geben dürfe, mal betont er, dass im Falle einer neuen großen Koalition Schulz nicht der Kanzler sein könne, denn diese Position sei ja dann schon (durch Merkel) besetzt.

Vize-Parteichef Torsten Schäfer-Gümbel ist ebensowenig hilfreich, wenn er hervorhebt, die SPD habe zu wenig Grundsatzdebatten geführt. Auch da schwingt die Resignation drei Wochen vor dem Wahltag mit. Und dann ist da noch Gerhard Schröder, der zunächst als Mutmacher auftrat, zunehmend aber die Egomanen-Rolle spielt und dem Kanzlerkandidaten mit seinem Russland-Engagement zusätzliche Steine in den Weg rollte. Soldaten nennen so etwas "friendly fire".

Da geht Merkel mit deutlich besseren Voraussetzungen in die direkte Auseinandersetzung mit ihrem Herausforderer. Querschläge aus den eigenen Reihen hat sie in letzter Zeit nicht hinnehmen müssen. CDU und selbst CSU setzen bemerkenswert geschlossen auf die Titelverteidigerin. Am Ende könnte für die vielen Unentschlossenen, die die Demoskopen ausmachen, die Frage entscheidend sein, wem der beiden Spitzenkandidaten die eigene Partei mehr vertraut. Auch Wähler sind gern bei den Gewinnern.

 
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+++ Bundestagswahl 2017 im News-Ticker +++ - "Deutschlandtrend": Deutsche erwarten Merkel-Sieg bei TV-Duell

+++ Bundestagswahl 2017 im News-Ticker +++: "Deutschlandtrend": Deutsche erwarten Merkel-Sieg bei TV-Duell
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Am 24. September 2017 wird in Deutschland der Bundestag gewählt. Der Wahlkampf ist bereits in vollem Gange: Die SPD kann vom "Schulz-Effekt" nicht mehr profitieren. Die FDP unter Lindner befindet sich im Aufschwung - eine Koalition mit der Union könnte eine Option werden. Alle Informationen zur Bundestagswahl im News-Ticker von FOCUS Online.

Umfrage: Deutsche erwarten Merkel-Sieg bei TV-Duell

13.59 Uhr: Die Mehrheit der Deutschen rechnet einer Umfrage zufolge mit einem besseren Abschneiden von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beim TV-Duell mit ihrem Herausforderer Martin Schulz (SPD). Laut dem am Donnerstag veröffentlichten "Deutschlandtrend" für die ARD-"Tagesthemen" sind 64 Prozent der Befragten der Meinung, dass Merkel bei dem Duell am Sonntag eine bessere Figur machen wird. Nur 17 Prozent erwarten demnach, dass Schulz besser abschneiden wird.

Bei einer Direktwahl des Bundeskanzlers würden der Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap zufolge 49 Prozent für Merkel stimmen, ein Minus von drei Zählern im Vergleich zu Anfang August. Für Schulz würden sich 26 Prozent der Befragten entscheiden, ein Minus von vier Punkten. Der Anteil der Befragten, die keinen der beiden Kandidaten wählen würden, stieg um vier Zähler auf 18 Prozent.

Für den "Deutschlandtrend" befragte Infratest dimap von Montag bis Mittwoch dieser Woche 1013 repräsentativ ausgewählte Wahlberechtigte. Der angegebene Fehlerbereich liegt bei 1,4 bis 3,1 Prozentpunkten, die Werte können also nach oben oder unten abweichen.

SPD-Fraktionschef: TV-Duell wird Wende in den Umfragen bringen

Freitag, 1. September, 10.27 Uhr: SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann hofft auf einen Umfrageschub für seine Partei durch das TV-Duell. "Wir konzentrieren uns auf die Aufholjagd und da spielt das Duell am Sonntag eine große Rolle", sagte Oppermann am Freitag im ZDF-"Morgenmagazin". Er glaube, dass der Sonntag für viele der Tag der Entscheidung sei. Schließlich seien nach jetzigem Stand 40 Prozent der Menschen unentschlossen, für wen sie bei der Bundestagswahl am 24. September abstimmen wollen. "Wir werden die Wahl gemeinsam gewinnen, das ist doch klar."

Bei dem TV-Schlagabtausch mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) habe SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz die Chance, eine Mehrheit auf seine Seite zu ziehen. "Wir werden am Sonntag eine Veränderung in den Umfragen bekommen", prognostizierte Oppermann. Schulz werde das Duell nicht verlieren.

Im Video: Jeder bekommt den deutschen Pass? So viele Einbürgerungen gibt es wirklich

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"Werden hart reagieren" - Diplomaten-Streit: Russland prüft Antwort auf USA

"Werden hart reagieren": Diplomaten-Streit: Russland prüft Antwort auf USA
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Auge um Auge - seit Monaten schaukelt sich der diplomatische Streit zwischen Russland und den USA mit Sanktionen und Gegensanktionen hoch. Ist das Maß bald voll?

So hat sich der neue russische Botschafter in den USA seinen ersten Tag in Washington sicher nicht gewünscht. Gleich bei der Ankunft am Flughafen muss sich Anatoli Antonow zur Schließung des Konsulats in San Francisco äußern. Der Karrierediplomat weiß, in einer solchen Krise kann jedes Wort tiefer in die Sackgasse führen.

"Jetzt müssen wir in Ruhe Ordnung schaffen, müssen ganz ruhig und professionell handeln", mahnt Antonow daher. Doch hinter den Kulissen brodelt es - in Moskau wie in Washington.

"Beobachten hier irgendwelche Anfälle"

Der Chefdiplomat Sergej Lawrow gibt sich deutlich weniger zurückhaltend. "Wir beobachten hier irgendwelche Anfälle", sagt er am Freitag. Wie kaum ein Politiker beherrscht Lawrow die Kunst, völlig emotionslos, doch knallhart die Grenzen des diplomatisch Sagbaren auszureizen.

Die "Anfälle", das sind die Forderungen der USA, die russische Vertretung in San Francisco sowie zwei diplomatische Abteilungen in New York und Washington zu schließen. Die Ankündigung kommt nicht zufällig am Donnerstag. Die USA revanchieren sich damit für die Reduzierung des Personals in ihren Vertretungen in Russland. Moskau hatte gefordert, das 755 Mitarbeiter gehen müssen, damit sich die Anzahl des Personals dem Russlands in den USA angleicht.

Ausdruck tiefer Differenzen

"Natürlich werden wir hart reagieren auf diese Dinge, die uns schaden und von dem Wunsch getragen sind, unsere Beziehungen zu den USA zu beschädigen", sagt Lawrow vor Studenten in der diplomatischen Kaderschmieder MGIMO, an der er zu Sowjetzeiten selbst studiert hatte. Zunächst müsse Moskau aber die Lage genau prüfen.

Der Streit zwischen den zwei größten Atommächten der Welt wirkt auf den ersten Blick kindisch. Er ist aber letztlich Ausdruck tiefgreifender Differenzen. Russland und die USA liegen bei den wichtigsten Themen der Weltpolitik meilenweit auseinander.

Russlandfeindliche Kräfte im Kongress haben die Oberhand

Russland soll, so heißt es in Washington, beim Lösen der Nordkorea-Frage weniger hilfreich sein als China. In Syrien beißen sich die Interessen ohnehin, genauso wie im Ukrainekonflikt. US-Außenminister Rex Tillerson, als Träger des Ordens der Freundschaft eigentlich ein Russland-Freund, sieht das bilaterale Verhältnis auf einem Tiefpunkt, genau wie sein Kollege Lawrow.

Doch der Diagnose folgte bislang keine Behandlung der Ursachen. Es wurde eher noch schlimmer. Die Russland-feindlichen Kräfte im US-Kongress gewannen die Oberhand, auch weil sich die Regierung von Präsident Donald Trump - dem Vorwurf der Kollaboration mit dem Erzfeind ausgesetzt - kaum wehren konnte. Gegen Trump läuft eine Untersuchung des FBI, inwiefern sein Wahlkampfteam mit Russland gemeinsame Sache machte.

Trump unterzeichnet Sanktionen widerwillig

Trump versucht, dem entgegenzutreten: "Ich sage es laut und deutlich, und ich sage es seit Jahren: Ich hoffe, dass wir großartige Beziehungen, oder zumindest gute Beziehungen haben werden", sagte der Präsident mit Bezug auf Russland vor wenigen Tagen. Die Sanktionen gegen Moskau unterzeichnete er nur widerwillig, aber er tat es.

Tatsachlich haben die USA massive wirtschaftliche Interessen, die denen Russlands zuwiderlaufen. Derzeit versucht Amerika, die Vorrangstellung Russlands auf dem europäischen Gasmarkt anzugreifen. Die in Europa - besonders auch in Deutschland - als wichtig erachtete Pipeline Nord Stream 2 ist den USA ein Dorn im Auge. Washington will stattdessen sein eigenes Gas nach Europa verkaufen. Erste Lieferungen nach Litauen und Polen sind bereits erfolgt.

Russlands Politiker reagieren mit Empörung

Moskaus Polit-Szene ist empört über diese Russlandpolitik der USA. Als Gemeinheit geißeln Außenpolitiker nun die Konsulatsschließung. "Das heißt, dass die USA eine heiße Phase des diplomatischen Krieges erklären", meint der Abgeordnete Leonid Sluzki.

Experten sind überzeugt, dass sich die Spirale aus Sanktionen und Gegensanktionen weiterdrehen dürfte. "Dabei wird es nicht bleiben", schreibt der Politologe Dmitri Trenin vom Moskauer Carnegie-Zentrum bei Twitter. "Die Beziehungen werden sich verschlechtern."

Dabei gibt es durchaus Rufe nach einer Rückkehr zu inhaltlichen Gesprächen und nach einem Ende des andauernden "Auge um Auge". Der Politologe Andrej Kortunow warnt in der Zeitung "RBK", Gegenmaßnahmen könnten sich zu einem Abbruch der diplomatischen Beziehungen hochschaukeln. "Daran sind weder Moskau noch Washington interessiert", sagt er. Das hat wohl auch Botschafter Antonow im Blick, als er den Revolutionsführer Lenin bemüht: "Um mit Lenins Worten zu sprechen: Wir brauchen keine hysterischen Anfälle."

Im Video: SPD-Berater warnt Martin Schulz vor dem Merkel-Parodoxon

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