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Wednesday, February 28, 2018

+++ Brexit im News-Ticker +++ - May lehnt Entwurf für Brexit-Vertrag entschieden ab

+++ Brexit im News-Ticker +++: May lehnt Entwurf für Brexit-Vertrag entschieden ab
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Nach der Entscheidung der Briten, die EU zu verlassen, laufen die Verhandlungen zum Austrittsprozess. Premierministerin Theresa May geht nach erheblichen Zugeständnissen in der ersten Phase nun in die zweite Runde der Gespräche. Die Bevölkerung ist weiterhin gespalten. Alle Informationen zum Brexit-Prozess im News-Ticker von FOCUS Online.

May: "Kein britischer Premierminister könne dem jemals zustimmen"

Mittwoch, 28. Februar, 14:55 Uhr: Die britische Premierministerin Theresa May hat mit scharfer Kritik auf den von der EU vorgelegten Entwurf für den Brexit-Vertrag reagiert. Ihre Regierung könne den Vertrag in seiner jetzigen Fassung "niemals" akzeptieren, sagte May am Mittwoch in London. Der Vorschlag aus Brüssel, wonach Nordirland de facto im EU-Binnenmarkt und der Zollunion verbleiben könnte, "untergräbt den gemeinsamen britischen Markt und bedroht die verfassungsmäßige Integrität des Vereinigten Königreichs", sagte May. "Kein britischer Premierminister könnte dem jemals zustimmen."

EU-Chefunterhändler Michel Barnier hatte zuvor einen ersten Entwurf für den Austrittsvertrag vorgelegt. In der schwierigen Frage der Grenze zu Nordirland gebe es drei Optionen, sagte Barnier. Erstens könne die Nordirland-Frage in einer Vereinbarung über die künftigen Beziehungen geklärt werden. Dies werde aber bedeuten, dass es zum EU-Austritt Großbritanniens im März 2019 noch keine Lösung geben werde.

London könne zweitens wie angekündigt "spezifische Lösungen" für die Grenze zwischen Irland und Nordirland präsentieren. Als "Auffanglösung" könne es drittens auch bei einer "vollständigen Übereinstimmung" mit den Regeln in Irland bleiben, das als EU-Mitglied im Binnenmarkt und der Zollunion ist. Nordirland hätte damit de facto eine Grenze mit dem Rest des Vereinigten Königreichs.

Viele Bestimmungen des Karfreitagsabkommens, das den blutigen Nordirland-Konflikt  beendete, basieren auf einer Grenze ohne Kontrollen zum EU-Mitglied Irland. London will durch den Brexit eine "harte Grenze" mit Kontrollen ebenso wie die EU vermeiden. Doch eine Lösung konnte die britische Regierung bisher nicht präsentieren.

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FOCUS-Online-Serie - „Finde ich schlimm“: Grünen-Wähler spricht über seine größte Enttäuschung nach Wahl

FOCUS-Online-Serie: „Finde ich schlimm“: Grünen-Wähler spricht über seine größte Enttäuschung nach Wahl
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Direkt nach Bundestagswahl hat FOCUS Online Reporter in alle 16 Bundesländer geschickt, um den Riss in der Wählerschaft zu dokumentieren, der durch Deutschland geht. Fünf Monate später haben wir für eine neue Serie nachgefragt, was die Wähler vom Hickhack um die lange Regierungsbildung halten. Teil 4: Willibald Steffen aus dem Saarland.

FOCUS Online: Herr Steffen, was haben Sie gewählt und haben Sie Ihre Wahl bereut?

Willibald Steffen: Ich habe die Grünen gewählt und sehe keinen Grund, warum ich es bereuen sollte. Ich finde es schade, dass es nicht funktioniert hat mit der Jamaika-Koalition. Ich habe mir es gewünscht und mit diesem Hintergedanken gewählt. Und die Grünen hätten ja gerne regiert. Aber ob das klappt, weiß man ja als Wähler im Vorfeld nicht.

Zur Person

Willibald Steffen, Pensionär, wohnt in Lebach im Saarland

FOCUS Online: Haben Sie das Gefühl, dass Ihre Stimme etwas bewirkt hat?

Steffen:: Das ist eine schwierige Frage. Wichtig ist mir, dass ich überhaupt gewählt habe. Wenn jeder denkt, ‚meine Stimme ist viel weniger wert als ein Millionstel aller Stimmen‘ und dann niemand wählen gehen würde, wäre das verheerend.

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FOCUS Online: Haben Sie das Gefühl, dass die Volksparteien das Ergebnis erst nehmen, daraus gelernt haben und angemessen darauf reagieren?

Steffen: Bei der CDU ist das für mich nicht so deutlich erkennbar. Sie bilden jetzt wieder die Regierung, weil es keine Alternativen gibt. Aber außer, dass es ein paar neue CDU-Minister gibt, hat sich da nicht viel geändert. Ich habe das auch nicht erwartet, es ist nun mal nicht die Art von Kanzlerin Angela Merkel. Die SPD hat ja zunächst auf das schlechte Wahlergebnis reagiert und klargemacht, dass sie als Reaktion in die Opposition gehen will. Sie haben sich sehr geziert, als es dann um die große Koalition ging. Das war aller Ehren wert. Es ist halt dumm gelaufen, vor allem für Martin Schulz.

"Unsägliche Beiträge der AfD - das ist traurig"

FOCUS Online: Hat sich an der politischen Debatte, etwa im Bundestag, etwas geändert aus Ihrer Sicht?

Steffen: Neu sind die unsäglichen Beiträge der AfD im Bundestag.  Das finde ich schlimm und unsachlich. Das sind Nazis. Ich habe als ehemaliger Lehrer ein Gefühl für Geschichte.  Ich weiß, wohin Ausgrenzung und Populismus führen können. Erst Worte, dann die Taten. Das ist traurig. Die anderen Parteien müssen mit sachlichen Argumenten dagegen halten.

FOCUS Online fragt Wähler: Hat die Politik eure Botschaft verstanden?

Direkt nach der Bundestagswahl, kurz vor dem Scheitern der Jamaika-Sondierung und nun auch kurz vor der entscheidenden Abstimmung der SPD-Mitglieder zur GroKo hat FOCUS Online Gesprächspartner in verschiedenen Bundesländern kontaktiert. Wir wollten von ihnen wissen, ob die Politik die Botschaft an der Urne verstanden hat? Und ob es nun eine GroKo, eine Minderheitsregierung oder doch Neuwahlen geben soll? Ganz gleich ob Wähler, Nichtwähler oder Politiker: Wir haben allen die gleichen Fragen gestellt.

FOCUS Online: Was denken Sie über die langwierige Regierungsbildung?

Steffen: Klar, die Regierungsbildung hat lange, zu lange gedauert. Aber momentan läuft es doch mit der geschäftsführenden Regierung auch ganz normal, oder? Es geht Deutschland ganz gut, der Laden läuft, es fällt gar nicht so ins Gewicht, das Land bricht nicht zusammen. Ich bin deshalb entspannt. Es braucht eben seine Zeit, ich organisiere deshalb keine Demo.

FOCUS Online: Am Wochenende wird feststehen, ob es wieder zu einer GroKo kommt: Sie Sie eher für eine neue Groko, eine Minderheitsregierung der Union, oder für eine Neuwahl ?

Steffen: Eine GroKo wäre für mich in Ordnung, wobei der Zusatz ‚Gro‘ wahrscheinlich immer weniger passt. Eine Minderheitsregierung wäre auch akzeptabel, würde meines Erachtens aber über kurz oder lang zu Neuwahlen führen. Neuwahlen würden derzeit vermutlich vor allem die AfD stärken.

FOCUS Online: Fühlen Sie sich als Wähler betrogen, da nicht alle, sondern nur die SPD-Mitglieder entscheiden?

Steffen: Nein. Nach wie vor wird die Regierung ja im Bundestag gewählt, wenngleich sich die SPD-Abgeordneten mehr oder weniger freiwillig dem Votum ihrer Mitglieder unterwerfen. Solche Mitgliederbefragungen oder Volksentscheide sehe ich aber kritisch, sie sollten eine Ausnahme bleiben. Die Väter des Grundgesetzes hatten gute Gründe für unser parlamentarisches System.

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Haiterbach wehrt sich - Mit Gülle-Lastern gegen Fallschirmjäger: Gemeinde kündigt "zivilen Widerstand" an

Haiterbach wehrt sich: Mit Gülle-Lastern gegen Fallschirmjäger: Gemeinde kündigt "zivilen Widerstand" an
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Es herrscht Stille. Schnee, blauer Himmel, Sonnenschein - die Anhöhe am Rande der Gemeinde Haiterbach (Kreis Calw) ist selbst an diesen eisigen Wintertagen ein Ziel von Ausflüglern.

"Landschaftlich ein Juwel", schwärmt Bürgermeister Andreas Hölzlberger (CDU). Doch mit der Stille könnte es künftig weitgehend vorbei sein.

Geht es nach dem Willen der Bundeswehr und des Landes Baden-Württemberg werden schwere Transportflugzeuge des Kommandos Spezialkräfte (KSK) und der US-Truppen über dem Gelände des lokalen Segelflugvereins kreisen. Hercules- und Transall-Maschinen sollen aus geringer Höhe Lasten abwerfen und Fallschirmjäger abspringen lassen - und das an bis zu 120 Tagen im Jahr. "Eine Katastrophe", meint Jürgen Kaupp, Sprecher der Bürgerinitiative "Kein Fluglärm über Haiterbach".

 

Votum juristisch nicht bindend

Die Zeichen in der 5800-Seelen-Gemeinde am Rande des Schwarzwaldes stehen auf Sturm: Zwar sprach sich bei einem Bürgerentscheid im vergangenen September eine Mehrheit von 61 Prozent gegen das Projekt aus. Doch der Haken: Das Votum ist juristisch nicht bindend, wie Hölzlberger einräumt, Bund und Land könnten trotzdem an den Plänen festhalten.

Der Bürgermeister selbst ist in eine Zwickmühle geraten: Er zählte zu den Unterstützern des KSK-Geländes, doch jetzt verlangt der Bürgerentscheid, dass er alles tut, um das Projekt zu verhindern.

"Wir fahren dann Gülle auf die Startbahn"

Der 54-jährige Kaupp und seine Ehefrau Birgit sind so etwas wie der Motor des Aufstandes - und sie geben sich kampfwillig. Sollten Bund und Land das Projekt trotzdem durchsetzen wollen, kündigen sie "zivilen Widerstand" an. "Wir fahren dann Gülle auf die Startbahn", meint Jürgen Kaupp lachend.

Doch zugleich denkt er an andere Formen des Protests wie Besetzung des Flugplatzes oder Zeltlager vor Ort. Bahnt sich hier im Kleinen ein zweites "Stuttgart 21" an - zwar nicht so teuer, aber mit ebenso wütenden und anhaltenden Protesten?

Kompromiss gestaltet sich schwierig

Die Chancen auf eine Einigung scheinen gering. Die zuständige Bundesbehörde und das Land wollen offenbar an ihren Plänen festhalten. "Der Bürgerentscheid der Gemeinde Haiterbach, der sich gegen das Übungsgelände ausspricht, ist uns bekannt", meint ein Sprecher des Bundesamtes für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr kühl.

Zwar wolle man die Belange des Ortes berücksichtigen. "Die Ausbildung und Einsatzbereitschaft unserer Streitkräfte muss allerdings sichergestellt sein. Das ist Teil unserer Verantwortung." Nach Kompromiss klingt das nicht. Auch Rudi Hoogvliet, Sprecher im Stuttgarter Staatsministerium, scheint das Bürgervotum nicht sonderlich zu irritieren. "Es gibt derzeit keinen Plan B", betont er. Der Standort Haiterbach habe sich bei der Auswahl als der geeignetste erwiesen.

Differenzen zwischen Land und Bund?

"Das letzte Wort hat das Land", sagt ein Sprecher der Bundesbehörde. Das klingt bei Hoogvliet allerdings ein klein wenig anders: "Für das Genehmigungsverfahren ist ausschließlich der Bund zuständig." Deuten sich hier leichte Differenzen zwischen Land und Bund an?

Wenn nicht alles täuscht, steht jetzt erst einmal ein längeres juristisches Tauziehen bevor. Zunächst müssen Bund und Land diverse Genehmigungs- und Prüfungsverfahren einleiten. "Das Verfahren steht erst ganz am Anfang", meint Hölzlberger, der nach eigenen Worten selbst eine renommierte Berliner Anwaltskanzlei beauftragt hat, die dem KSK-Projekt juristische Knüppel zwischen die Beine werfen solle.

Zuzug junger Familien könnte beeinträchtigt werden

Und dann gibt es da noch eine Besonderheit, die entscheidend sein könnte: Der Bürgerentscheid ist lediglich drei Jahre gültig. Danach sind Bürgermeister und Gemeinderat nicht mehr daran gebunden. "Es kann durchaus passieren, dass das KSK-Gelände dann doch noch kommt", sinniert Hölzlberger, der für diesen Fall bereits über mögliche so genannte "Kompensationsgeschäfte" nachdenkt. Etwa über den seit langem gewünschten Autobahnanschluss an das kommunale Gewerbezentrum. "Da sollten wir den Knopf drankriegen."

Kaupp sieht das gänzlich anders. "Es wäre der wirtschaftliche Ruin, Haiterbach ist eine kleine aufstrebende Gemeinde, wir brauchen den Zuzug junger Familien", sagt er. "Und wer will schon in eine Gemeinde mit Fluglärm ziehen?" Seine Strategie: "Keine Kompromisse."

Im Video: Bei Militärübung - US-Fallschirmjäger springen aus Flugzeug - dann verheddern sich ihre Schirme

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+++ US-Politik im News-Ticker +++ - Trump und Boeing einigen sich bei Präsidentenflieger Air Force One

+++ US-Politik im News-Ticker +++: Trump und Boeing einigen sich bei Präsidentenflieger Air Force One
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Nach der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten hat das Image der Vereinigten Staaten im Ausland gelitten. Nur 22 Prozent der in 37 Ländern befragten Menschen vertrauen in Trumps Außenpolitik – auch in Amerika selbst wird Trump mit einigen Problemen konfrontiert. Lesen Sie die neuesten Entwicklungen der US-Politik im News-Ticker von FOCUS Online.

Trump und Boeing einigen sich bei Präsidentenflieger Air Force One

13.27 Uhr:Donald Trump hat sich mit Boeing auf einen Deal für die neue Präsidentenmaschine Air Force One geeinigt. Der US-Präsident habe eine informelle Vereinbarung mit dem Flugzeugbauer geschlossen, sagte ein Sprecher des Weißen Hauses am Dienstag US-Medien zufolge in Washington. "Dank der Verhandlungen des Präsidenten wird der Steuerzahler durch den Vertrag mehr als 1,4 Milliarden Dollar sparen."

Von Boeing gab es keine Bestätigung des Kaufpreises für die Entwicklung der beiden Flieger. Der Konzern teilte auf Anfrage lediglich mit, stolz zu sein, die neue Generation der Air Force One bauen zu dürfen. Präsident Trump habe einen "guten Deal" für die US-Bürger ausgehandelt, hieß es in dem Statement weiter.

Trump hatte den Hersteller im Dezember 2016 mit einem Tweet attackiert: "Boeing baut eine brandneue 747 Air Force One für künftige Präsidenten, aber die Kosten sind außer Kontrolle, mehr als vier Milliarden Dollar. Streicht die Order!" Boeing-Chef Dennis Muilenberg versprach danach: "Wir werden es für weniger schaffen."

Vor rund einem Jahr hatte Trump sich bereits gerühmt, den Preis um mehr als eine Milliarde gesenkt zu haben und betont, er weigere sich, in einem 4,2 Milliarden Dollar teuren Flugzeug zu fliegen. Hintergründe zu den Kosten bleiben jedoch unklar. Im letzten Budget des Pentagons vom 1. Februar waren rund 3,9 Milliarden Dollar veranschlagt worden. Es handelt sich aber um Projektionen, die sich noch ändern können.

Von Trump kritisierter Richter weist Einwände gegen Mauer an Grenze zu Mexiko ab

Mittwoch, 28. Februar, 08.43 Uhr: Im Streit um die geplante Mauer an der Grenze zu Mexiko hat ein US-Richter Einwände von Umweltschützern abgewiesen. Richter Gonzalo Curiel, dessen Objektivität aufgrund seiner mexikanischen Wurzeln von US-Präsident Donald Trump in der Vergangenheit in Frage gestellt worden war, urteilte am Dienstag, dass es keine "ernsthaften verfassungsmäßigen Zweifel" an gewährten Ausnahmen für Umweltvorschriften zum Bau der Mauer gebe. Er verwies zugleich darauf, dass das Urteil keine Aussage zum politischen Streit um die Mauer treffe.

Trump bezeichnete das Urteil im Kurzbotschaftendienst Twitter als "großen juristischen Sieg". "Jetzt kann dieses wichtige Projekt fortgesetzt werden", twitterte der Präsident.

Im Präsidentschaftswahlkampf 2016 hatte Trump die Objektivität des Richters bei einem Urteil im Zusammenhang mit der umstrittenen Trump-Universität aufgrund von Curiels mexikanischen Wurzeln in Frage gestellt. "Er ist Mexikaner", sagte Trump über den Richter, der in den USA geboren und aufgewachsen ist. "Er hätte sich für befangen erklären sollen."

Im Video: Geheimwaffe der USA: Einer der gefürchtetsten Bomber feiert 20-jähriges Jubiläum

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Syrien-Konflikt - Kampf um Einfluss in Syrien: Die Interessen der ausländischen Mächte

Syrien-Konflikt : Kampf um Einfluss in Syrien: Die Interessen der ausländischen Mächte
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Ausländische Mächte verfolgen vielfältige Interessen im Bürgerkriegs. Zum einen werden geopolitische Ziele verfolgt, zum anderen geht es um die Eindämmung eigener Feine.

Was als Aufstand gegen Machthaber Baschar al-Assad begann, ist längst zu einem internationalen Konflikt geworden, in dem verschiedene ausländische Mächte um Einfluss ringen. Ihnen geht es im Syrien-Konflikt um geopolitische Interessen, aber auch um einen Anteil an Syriens Ölvorkommen, die Eindämmung der eigenen Feinde und um die Wähler in der Heimat. Ein Überblick:

Russland

Präsident Wladimir Putin steht seit Beginn des Krieges 2011 fest an der Seite Assads. Mit seiner militärischen Intervention 2015 hat Russland den Sturz seines langjährigen Verbündeten verhindert und den Krieg zu dessen Gunsten gewendet. Russland hat damit seine einzige Marinebasis im Mittelmeer gesichert und einen neuen Luftwaffenstützpunkt bei Latakia etablieren können.

Mit dem Einsatz ist es Putin gelungen, Russland international wieder als Großmacht zu positionieren, an der in Syrien kein Weg vorbeiführt. Bei den russischen Wählern kommt die neue Stärke gut an. Die Kosten für den Militäreinsatz sind aber eine große Belastung für den russischen Haushalt, und Putin hat bereits wiederholt angekündigt, die Truppen nach Hause zu holen.

Iran

Als einziger Verbündeter in der arabischen Welt und als Brücke zur libanesischen Hisbollah-Miliz ist Syrien für Teheran seit den 80er Jahren von strategischer Bedeutung. Die iranischen Revolutionsgarden schickten daher früh "Militärberater" nach Syrien, um den Sturz Assads zu verhindern, und entsandten später auch irakische und afghanische Söldnermilizen.

Der Einsatz ist kostspielig für Teheran und sorgt zunehmend für Unmut in der Bevölkerung. Der iranischen Führung scheint jedoch kein Preis zu hoch, um ihren Verbündeten an der Macht zu halten. Ziel ist eine durchgehende Einflusssphäre vom Irak über Syrien bis zum Libanon. Um seine Stellung dauerhaft zu sichern, arbeitet der Iran derzeit am Aufbau fester Stützpunkte in Syrien.

Türkei

Ankara unterstützt seit Beginn des Konflikts die Freie Syrische Armee (FSA) und andere Rebellengruppen im Kampf gegen Assad. Dass die Türkei dabei auch mit radikalen Islamisten paktierte, brachte ihr Kritik ihrer Nato-Partner ein. Zugleich hat die Türkei drei Millionen syrische Flüchtlinge aufgenommen, was zunehmend zu Spannungen in der Bevölkerung führt.

Bis heute fordert Präsident Recep Tayyip Erdogan den Sturz Assads, doch wichtiger ist für ihn die Eindämmung der kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG), die eng mit der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) verbunden sind. Seit Januar geht die Türkei in der Region Afrin gegen die YPG vor. Innenpolitisch stärkt die Offensive Erdogan, der spätestens 2019 die Wiederwahl anstrebt.

Golfstaaten

Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar waren neben der Türkei lange die wichtigsten Unterstützer der Rebellen. Besonders Katar schreckte dabei auch nicht vor Schützenhilfe für den syrischen Al-Kaida-Ableger und andere radikale Islamisten zurück. Heute ist die Unterstützung vorwiegend politischer Art, und besonders Riad setzt sich als Vermittler ein.

Das wahhabitische Königreich ist in Syrien heute vor allem an der Eindämmung seines schiitischen Rivalen Iran interessiert. Riad fürchtet die Bildung eines "schiitischen Halbmonds" vom Iran bis zum Libanon, der schon heute von der proiranischen Hisbollah dominiert wird. Die Sorge, dass Syrien dauerhaft unter Teherans Einfluss gerät, teilt Saudi-Arabien mit den USA und Israel.

Israel

Größte Sorge Israels ist, dass sich die Hisbollah und die iranischen Revolutionsgarden an seiner Grenze festsetzen. Israels Luftwaffe flog in den vergangenen Jahren dutzende Angriffe auf Waffenkonvois für die Hisbollah, Waffenfabriken und Stützpunkte in Syrien. Es will auf jeden Fall verhindern, dass der Iran Militärbasen und einen Marinestützpunkt am Mittelmeer erlangt.

Seit dem Abschuss einer angeblich iranischen Drohne über Israel Anfang Februar und dem Abschuss eines israelischen Jets, der iranische Stützpunkte in Syrien bombardiert hatte, droht eine Eskalation. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu zeigt sich entschlossen, den Einfluss Irans einzudämmen, steht jedoch selbst zuhause wegen Korruptionsermittlungen unter Druck.

USA

Den USA geht es in Syrien vor allem um die Vernichtung der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). Seit 2014 flog die US-Armee daher an der Spitze einer internationalen Koalition Luftangriffe gegen IS-Stellungen. Trotz der Vorbehalte der Türkei unterstützten die USA später die YPG mit Waffen, Ausbildern und Spezialkräften gegen die Dschihadisten in Nordsyrien.

Das Bündnis bringt die USA in Konflikt mit ihrem Nato-Partner Türkei, zumal Washington auch nach dem Sieg über die IS-Miliz Truppen in Syrien halten will. Die Spezialkräfte sollen ein Wiedererstarken der Extremistengruppe verhindern, doch will Washington damit auch Teheran eindämmen und sich ein Mitspracherecht bei der Nachkriegsordnung sichern.

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Wahlen in Italien - Die heikelsten Themen Italiens - und wie die Parteien dazu stehen

Wahlen in Italien: Die heikelsten Themen Italiens - und wie die Parteien dazu stehen
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Am 4. März wird in Italien ein neues Parlament gewählt. Themen wie Migration, die Rolle Italiens in Europa, die Chancen auf dem Arbeitsmarkt und die Höhe der Steuern stehen für die Italiener bei der Wahl im Vordergrund.

Für was sich das Mitte-Rechts-Bündnis aus konservativer Forza Italia und ausländerfeindlicher Lega-Partei, die sozialdemokratische Regierungspartei PD und die populistische Fünf-Sterne-Bewegung aussprechen:

Migration

Seit 2014 haben mehr als 630 000 Migranten Italiens Küsten erreicht. Die Fünf-Sterne-Bewegung und das Mitte-Rechts-Bündnis sind sich einig: Diejenigen ohne Bleiberecht müssen umgehend abgeschoben werden. Während Forza Italia und Lega sich klar für stärkere Grenzkontrollen und Zurückweisung von Migranten im Mittelmeer aussprechen, fordern die Fünf Sterne auch legale und sichere Wege für Flüchtlinge nach Europa. Wie die PD fordert die Protestpartei eine Revision der Dublin-Regeln, die vorsehen, dass Flüchtlinge in dem Land Asyl beantragen müssen, in dem sie zuerst europäischen Boden betreten. Die PD pocht auf eine verbindliche Solidarität der EU-Partner in der Flüchtlingskrise.

Europa

Die EU ist vor allem für die Fünf-Sterne-Bewegung und die Lega ein rotes Tuch. Mitte-Rechts fordert eine Revision der Europäischen Verträge und erteilt der strengen Sparpolitik eine Absage. Die Forza Italia ist aber der klare Europa-Freund in dem Bündnis, während die Lega auf die europäischen Regeln schimpft und den Euro als "benachteiligende Währung" für Italien ansieht.

Die Fünf-Sterne-Partei sorgte allerdings zuletzt mit der Absage an ein Referendum über den Verbleib Italiens im Euro für Aufatmen in Brüssel. Die PD spricht sich für mehr Europa aus und will sich für einen EU-Finanzminister und eine Direktwahl des EU-Kommissionspräsidenten stark machen.

Steuern und Verschuldung

Die Staatsverschuldung ist eines der größten Probleme des Landes. Sie liegt bei mehr als 130 Prozent des Bruttoinlandsproduktes - in Deutschland bei 68 Prozent. Doch dennoch versprechen alle Parteien Steuerentlastungen. Mitte-Rechts will eine Steuerrevolution mit einem Einheitssteuersatz von 20 (Forza Italia) beziehungsweise von 15 Prozent (Lega). Forza-Italia-Chef Silvio Berlusconi verheimlicht nicht, dass das den Staat viele Milliarden Euro kosten würde. Die Fünf-Sterne-Bewegung wirbt im Wahlprogramm mit dem Slogan "Weniger Steuern, mehr Lebensqualität" und will besonders Einkommensschwache von der Steuer befreien. Die PD will die Rundfunkgebühr abschaffen und Familien Einkommenssteuererleichterungen geben.

Arbeit

Italien ist geplagt von einer Arbeitslosigkeit von elf Prozent, bei den Jugendlichen liegt die Quote sogar bei 32 Prozent. Die zu verringern ist Ziel aller Parteien. Die Ideen sind allerdings relativ schwammig: So will die Fünf-Sterne-Bewegung Investitionen ermöglichen, damit neue Jobs etwa im Bereich neuer Technologien entstehen. Wie die PD setzt sie sich für einen gesetzlichen Mindestlohn ein. Die Sozialdemokraten wollen zudem gleiche Einkommen für Männer und Frauen durchsetzen. Das Mitte-Rechts-Bündnis setzt darauf, dass Unternehmen aufgrund der versprochenen Steuererleichterungen neue Jobs schaffen. Berlusconi will Unternehmen, die Arbeitslose einstellen, sechs Jahre lang ganz von Steuern befreien.

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Wahl in Italien am 4. März - Italien wählt neues Parlament: Wahlkampf verheißt nichts Gutes

Wahl in Italien am 4. März : Italien wählt neues Parlament: Wahlkampf verheißt nichts Gutes
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Rechte Parolen, unrealistische Wahlversprechen, null Aufbruchstimmung: Der Wahlkampf in Italien verheißt nichts Gutes für die Zukunft des Landes. Muss sich Europa warm anziehen? Und kann der "ewige Untote" der italienischen Politik die Rehabilitierung feiern?

Leer. Alt. Rostig. Ein Blick auf Tafeln mit Wahlplakaten verrät viel über den Charakter des Wahlkampfes in Italien. Die Poster sind abgeschabt, zerfetzt, einfallslos - wenn die Parteien überhaupt welche aufgehängt haben. Ein Sinnbild für die traurigen Kampagnen im Ringen um die Macht in Rom. Von Nord bis Süd: miese Stimmung. "Wenn euch der Wahlkampf schrecklich vorkommt, dann mögt ihr wissen, dass es nur eine Vorspeise ist. Der Rest kommt nach der Wahl", schrieb die Zeitung "La Stampa".

Altbekannte preisen sich als Retter der Nation an

Am 4. März sind rund 51 Millionen Menschen in Italien aufgerufen, über ein neues Parlament abzustimmen - gleichzeitig soll in Deutschland der SPD-Entscheid über eine Neuauflage der Großen Koalition fallen. Beides richtungsweisende Tage auch für Europa.

Wie sehr sehnt man sich in Italien nach einem eigenen Emmanuel Macron, einem Heilsbringer, der den Menschen wieder so etwas wie Vertrauen in die Politik gibt. Doch statt eines Erneuerers preisen sich altbekannte Gesichter wie Silvio Berlusconi als Retter der Nation an, die versprechen, die bleierne Lähmung der drittgrößten Volkswirtschaft im Euroraum zu beenden. Nur sein Mitte-Rechts-Bündnis hat eine realistische Chance, eine Regierungsmehrheit zu holen und die Sozialdemokraten abzulösen. "Bunga Bunga" und Berlusconis Dauerkämpfe mit der Justiz scheinen vergessen zu sein.

Salvini: "Europa ist die Titanic, die untergeht"

Das Märchen, das der mehrfache Ex-Ministerpräsident den Wählern erzählt, beginnt schon mit dem Wahlslogan: "Forza Italia. Berlusconi Presidente". Dabei darf der 81-Jährige selbst nach einer Verurteilung wegen Steuerhinterziehung gar nicht für seine konservative Forza Italia kandidieren. Dem Wähler hat der "Cavaliere" noch nicht verraten, wer das Amt des Regierungschefs antritt, falls sein Bündnis gewinnt. Als Kandidaten gelten Antonio Tajani, der derzeitige EU-Parlamentspräsident, sowie der Chef der Europäischen Zentralbank Mario Draghi, dessen Amtszeit in Frankfurt im Oktober 2019 endet.

Brüssel mögen diese Personalien beruhigen - und die Forza gilt als europafreundlich. Wäre da nicht Berlusconis "Verbündeter" im Wahlkampf: Matteo Salvini, Chef der ausländerfeindlichen Lega-Partei. Für den 44-Jährigen ist Europa die "Titanic, die untergeht", er schimpft auf EU-Regeln, die Italien "massakriert" hätten, sagt: "Der Euro ist kein Dogma, er ist nicht die Bibel." Einen Europafreund wie Tajani oder Draghi als Premier würde Salvini kaum schlucken. Die Lega liegt in Umfragen ein paar Punkte hinter der Forza. Aber sollte sie stärkste Partei der Allianz werden, hat Salvini unmissverständlich klar gemacht, dass kein anderer als er Premier wird.

Die letzten fünf Jahre waren eine traumatische Zeit

Die Wähler beäugen den Schulterschluss skeptisch: Lega-Anhänger Vittorio ist Berlusconis Linie in Sachen Migration zu seicht, obwohl dieser verspricht, alle "clandestini", illegalen Einwanderer, aus dem Land zu werfen. Für Forza-Wähler dagegen steht Salvini zu weit rechts. Er hat die Lega von einer separatistischen Partei des reichen Nordens in eine Partei verwandelt, die mit ihrer fremdenfeindlichen Ausrichtung im ganzen Land punkten könnte.

Denn die letzten fünf Jahre unter dem sozialdemokratischen Partito Democratico (PD) waren eine traumatische Zeit. Aus Libyen legten Hunderttausende Flüchtlinge in Richtung Italien ab. Jeden Tag füllten Bilder von überladenen Booten im Mittelmeer die Zeitungen - viele Menschen fühlen sich überfordert, alleingelassen von Europa. Auch wenn die Sozialdemokraten es geschafft haben, 2017 die Anlandungen um ein Drittel zu senken: Es wird ihnen nicht als Verdienst angerechnet.

Protestpartei bekommt Zuspruch

Als ein Rechtsradikaler in der Kleinstadt Macerata auf mehrere Afrikaner schoss und diese verletzte, nutzte das paradoxerweise vor allem den Rechtsextremen. Statt sich zu distanzieren, gab die Lega der Regierung die Schuld. Gehör verschaffen konnte sich weder Ministerpräsident Paolo Gentiloni, der vor einer Gewaltspirale warnte, und schon gar nicht dessen Vorgänger Matteo Renzi, der mahnte: "Wir können den Wahlkampf nicht auf der Angst aufbauen."

Viele Italiener sind über die eigene Situation extrem frustriert. Gutausgebildete verlassen in Scharen das Land, die Arbeitslosigkeit liegt bei über elf Prozent. Die Wirtschaft wuchs zuletzt zwar wieder etwas. Im europäischen Vergleich ist Italien dennoch eins der Schlusslichter. Und kaum ein anderes Land der Welt ist so hoch verschuldet wie Italien. Finanziellen Spielraum für Wahlgeschenke à la "flat tax" und eine höhere Mindestrente, wie sie Berlusconi und die Lega versprechen, gibt es nicht.

Kein Wunder, dass eine Protestpartei wie die populistische Fünf-Sterne-Bewegung Zuspruch bekommt. Sie ist in Umfragen stärkste Einzelkraft, mit 28 Prozent aber weit von der Mehrheit entfernt. Spitzenkandidat Luigi Di Maio ist für viele ein glitschiger Fisch, den man nicht greifen kann. Der erst 31-Jährige hat im Wahlkampf niemanden vom Hocker gerissen und wird von vielen für eine "Marionette" von Fünf-Sterne-Gründer Beppe Grillo gehalten. Di Maio fuhr in Europafragen einen Schlingerkurs. Wollte die Partei einst ein Referendum über den Verbleib im Euro, hat sie es nun zu den Akten gelegt. Die Erklärung: Die Zeiten haben sich geändert.

Gentiloni mit stabilen positiven Umfragewerten

Und dann ist da noch Matteo Renzi. Der einstige Überflieger der Sozialdemokraten muss sich darauf gefasst machen, das schlechteste Ergebnis in der Geschichte seiner Partei einzufahren. Im Wahlkampf ist er mit einem Programm von 100 kleinen Schritten angetreten, seltsam zurückhaltend für den einstigen Hans Dampf in allen Gassen.

Der einzige mit stabilen positiven Umfragewerten ist Regierungschef Gentiloni, der Renzi im Dezember 2016 beerbt hat. Es ist gar nicht so unwahrscheinlich, dass der Sozialdemokrat bis auf weiteres regieren wird. Denn die letzten Umfragen, die vor der Wahl veröffentlicht werden durften, sahen weder eine Partei noch ein Bündnis bei der nötigen Mehrheit von 42 Prozent. Und so ist in diesem Wahlkampf schon vom Wahlkampf für eine Neuwahl die Rede. Eine quälende Aussicht.

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